Coronavirus
An den Berufsschulen gilt Maskenpflicht: Doch was droht, wenn man sich nicht dran hält?

Für Berufsschülerinnen und -schüler gilt eine generelle Mundschutzpflicht. An den drei Schulen in Brugg setzt man sie unterschiedlich durch.

Maja Reznicek
Drucken
Teilen
Die meisten Berufsschüler nehmen die Maskenpflicht ernst (Symbolbild).

Die meisten Berufsschüler nehmen die Maskenpflicht ernst (Symbolbild).

Stefan Kaiser (11. August 2020

Es ist Dienstagnachmittag, kurz nach 17 Uhr. Schulschluss. Eine grosse Traube Lernender drängt vor einer Berufsschule in Brugg Richtung Bushaltestelle. Lachend, redend, manche mit Maske, manche ohne. Der Bus rollt heran. Kaum öffnen sich die Türen, stürmen die Jugendlichen hinein. Man ist so dicht gedrängt, dass kein Notizpapier dazwischen passt. Diese Szene, die aus Vor-Coronazeiten gut bekannt ist, beobachtete ein Anwohner letzte Woche. Er stellt sich die Frage: Wie gut halten sich unsere Brugger Berufsschülerinnen und -schüler eigentlich an die neuen Massnahmen?

Felix Scheidegger, Rektor der kantonalen Berufsfachschule Gesundheit und Soziales (BFGS) in Brugg, zieht eine positive Bilanz. «Die Disziplin hinsichtlich der Maskentragepflicht ist gut. Auch, weil die Lernenden am Ausbildungsplatz ebenfalls sensibilisiert werden.» Wer ohne ärztliches Attest auf einen Mundschutz verzichtet, wird vom Unterricht verwiesen und in den Lehrbetrieb geschickt.

Meist reichen ein Gespräch und ein kleiner Fingerzeig

Scheidegger kennt aber die Problematik mit Schüler-Aufläufen in Bussen und an Haltestellen. Solche Spitzen am Morgen und am Abend seien aufgrund der hohen Lernendenzahlen und der damit einhergehenden Verkehrsauslastung nicht zu vermeiden. «Wir machen die Schülerinnen und Schüler aber darauf aufmerksam, die Maskenpflicht und Schutzmassnahmen auch im öffentlichen Raum einzuhalten.» Da Bushaltestellen im öffentlichen Raum lägen, sei die BFGS jedoch nicht für die Überprüfung legitimiert.

Ein ähnliches Bild zeigt sich am Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Brugg. «Die Lernenden halten sich gut an die Anweisungen. Das Maskentragen gehört mittlerweile zu ihrem Berufsalltag. Sie können die Massnahme verstehen und ziehen den Mundschutz eindeutig einem erneuten Fernunterricht vor», erklärt Rektor Alex Simmen. Die aktuellen Regeln seien einfach zu handhaben: Überall und immer müsse auf dem ganzen Areal – ausser beim Essen an vorgegebenen Sitzplätzen – eine Maske getragen werden. Beim Verstoss gegen diese Regel verzichtet das BWZ Brugg aber auf die sonst verhängten Geldstrafen. Der Rektor sagt: «Diese aussergewöhnliche Situation muss nicht noch mit Bussen belastet werden. Meist reicht ein Gespräch mit den Lernenden und ein kleiner Fingerzeig.» Verweigerer hat es bisher keine gegeben. Sollte das vorkommen, würde die betreffende Person aus dem Unterricht weggewiesen. Simmen sagt: «Grundsätzlich funktioniert unser Schutzkonzept gut. Bisher gab es keine Ansteckung am BWZ.»

Für KV-Schüler gibt es 10 Franken Busse

Anders geht die Wirtschaftsschule KV Aargau Ost mit Lernenden ohne Maske um. Ivan ­Jecic, Standortleiter Brugg, sagt: «Klassische Verweigerer sind mir noch keine begegnet. Falls jemand den Mundschutz aber nicht trägt, wird er oder sie mit zehn Franken gebüsst.» Das so eingenommene Geld komme den Berufslernenden wieder zugute und werde für Schulanlässe wie Exkursionen eingesetzt. Bisher musste die Strafe nur in absoluten Einzelfällen verhängt werden. Jecic fügt an: «Die Maskenpflicht wird von der Schülerschaft sehr ernst genommen und erstaunlich gut umgesetzt.»

Das Bewusstsein um die Coronagefahr scheint zwar nicht immer da zu sein, wie die anfangs erwähnte Beobachtung zeigt. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit gehören Schulen aber nicht zu den Hauptansteckungsorten. Eine Auswertung klinischer Meldeformulare aus dem Zeitraum vom 16. Juli und dem 1. August ergab, dass sich in den untersuchten 793 Fällen nur zwei Personen dort infizierten. Doch damals befanden sich die meisten Schulen in den Sommerferien.

Aktuelle Nachrichten