Windisch
Amphitheater-Verkauf: Wie viel Zeit gibt sich der Bund dafür?

Vor anderthalb Jahren wurde publik, dass der Bund das Amphitheater verkaufen will. An seinen Plänen hält er nach wie vor fest.

Michael Hunziker
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Das Amphitheater in Windisch gilt als grösste Anlage dieser Art in der Schweiz. Die Verkaufspläne des Bundes sorgten letztes Jahr für Wirbel. Claudia Meier

Das Amphitheater in Windisch gilt als grösste Anlage dieser Art in der Schweiz. Die Verkaufspläne des Bundes sorgten letztes Jahr für Wirbel. Claudia Meier

Claudia Meier

Der Wirbel war gross: «Bund will Amphitheater Vindonissa loswerden», hat die Schlagzeile gelautet im April 2015. Der «Blick» schrieb gar von einer der exklusivsten Immobilien der Schweiz, die auf den Markt gelangt. Mehr als anderthalb Jahre sind vergangen, seit die Verkaufsabsichten publik wurden. Haben sich die Pläne um die geschichtsträchtige Anlage, die grösste dieser Art in der Schweiz notabene, zerschlagen?

Nein, heisst es beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL). Der Auftrag des Bundesrats bestehe weiterhin, für Kulturbauten, die nicht zwingend ins Portfolio des Bundes gehören, eine andere Lösung zu finden, sagt Mediensprecherin Aline Clauss. Aktiv auf einen möglichen Käufer zugegangen sei das BBL im Fall des Amphitheaters zwar nicht. Aber für die Bereinigung des kulturellen Immobilienportfolios habe es sich eine Frist bis 2022 gesetzt, stellt Aline Clauss fest.

Bei Kulturbauten erfolgt im Normalfall eine Übergabe an die Gemeinde oder den Kanton als neuen Besitzer – wie zum Beispiel beim Schloss Wildegg. Dieses konnte der Aargau von der Eidgenossenschaft 2012 für den symbolischen Kaufpreis von einem Franken übernehmen. Der Hintergrund: Der Käufer muss garantieren, dass er Unterhalt, Sanierung und Schutz des Kulturguts gewährleisten kann.

Trennen möchte sich der Bund vom Amphitheater Vindonissa – sowie von weiteren Liegenschaften – im Rahmen einer Aufgabenüberprüfung. Weder Gemeinde noch Kanton zeigten im letzten Jahr allerdings Interesse, sahen keinen Bedarf, an der bestehenden Situation etwas zu ändern. Errichtet wurde das Amphitheater Vindonissa vor rund 2000 Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft des römischen Legionslagers. Seit 1898 ist es im Besitz des Bundes. Zwischen 2008 und 2010 liess dieser eine aufwendige Gesamtsanierung ausführen.

Römische Gladiatoren kämpfen im renovierten Amphitheater in Windisch. (Mai 2011)
26 Bilder
Ein Gladiator feiert seinen Sieg.
Mehrer Hundert Zuschauer verfolgen die Wiedereröffnung des roemischen Amphitheaters
Der Einzug der Gladiatoren im frisch renovierten Amphitheater
Gladiatoren gehen aufeinander los
Ein Römischer Gladiator feiert seinen Sieg
Ein siegreicher Gladiator bei der Ehrenrunde1 Bilder: Susanna Vanek
Römische Gladiatoren kämpfen im renovierten Amphitheater in Windisch
Zwei Gladiatoren mit Grossschildern kämpfen gegeneinander
Der Einzug der Kamele ins Amphitheater Windisch
Ein Gladiator hat den anderen besiegt, wie der Schiedsrichter konstatiert - Ganz rechts Marcus Junkelmann, der grösste Kenner der Gladiatur, der die Kämpfe fürs Publikum kommentierte
Ein Retarius kämpft gegen einen Secutor
Theo Schaub aus Fahrweid als Gladiator während des Festumzuges Pompa
Kinder ahmen die Gladiatorenkämpfe nach
Die Gladiatoren, die Familia Gladiatoria Pulli Cornicinis von Marcus Junkelmann am Festumzug Pompa
Eine Opferzeremonie ging den Gladiatorenkämpfen voraus
Ein siegreicher Gladiator bei der Ehrenrunde
Theo Schaub aus Fahrweid, links, und Daniel Hürlimann aus Rudolfstetten kämpfen als Gladiatoren gegeneinander
Die Cives Rauraci et Vicani Vindonisenses am Start des Festumzuges Pompa bei der Klosterscheune Königsfelden
Ein Gladiator setzt einem Kind seinen Helm auf
Kinder konnten Lose ziehen - wer Glück hatte, durfte auf Kamelen reiten

Römische Gladiatoren kämpfen im renovierten Amphitheater in Windisch. (Mai 2011)

Keystone

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