Hausen
Amphibien-Leitsystem statt Plastikkübel

Betonelemente ermöglichen Fröschen und Kröten vom und zum Binsenweiher im Habsburgerwald einen gefahrlosen Laichzug.

Louis Probst
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«Wir haben in den Siebzigerjahren mit Plastikplanen begonnen», erinnert sich Max Amsler an die Anfänge des Amphibienschutzes im Habsburgwald. «1976 haben wir mit Schülern in einer ehemaligen Tongrube einen Weiher als Ausweichlager für Amphibien erstellt. Später hat der Natur- und Vogelschutzverein Hausen einen definitiven Weiher gebaut.» Max Amsler, und mit ihm eine Schar der freiwilligen Helferinnen und Helfer, die sich in den vergangenen Jahren für den Schutz der Amphibien auf der grossen Zugstelle vom und zum Binsenweiher im Habsburgwald eingesetzt hatten, haben sich an diesem Samstagmorgen vor Ort versammelt.

Dank an die Amphibienschützer

Gerufen haben der Kanton, genauer die Abteilung Landschaft und Gewässer des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, und Esther Krummenacher, die Betreuerin der Amphibienzugstelle im Habsburgwald. Zum einen geht es um die Besichtigung der baulichen Schutzmassnahmen für Amphibien, die in diesem Jahr fertiggestellt worden sind. Zum andern – mit einem Brunch am Binsenweiher – um ein Dankeschön für den Einsatz, den die Freiwilligen bei den Rettungsaktionen für die Amphibien geleistet haben. «Wir schätzen das unglaubliche Engagement sehr», betont Thomas Gerber, Amphibienverantwortlicher bei der Abteilung Landschaft und Gewässer. Dank diesem Engagement konnten in den vergangenen Jahren mehr als 40000 Amphibien sicher zu den Laichgewässern im Binsenweiher transportiert werden. Allein im Rekordfrühling 2006 wurde mehr als 3500 Tieren die gefährliche Reise erleichtert.

«Engagement bleibt gefragt»

Im nächsten Frühjahr werden die Amphibien jetzt erstmals ohne fremde Hilfe gefahrlos zu ihren Laichgewässern wandern können. Im rund 500 Meter langen Abschnitt der Hauptquerung ist die Strasse beidseits mit Leiteinrichtungen versehen worden. 50 Zentimeter hohe Betonelemente verhindern – auch ausserhalb des Laichzuges im Frühjahr –, dass Tiere auf die Strasse gelangen können. Durch die Betonelemente werden sie zu den neuen Kleintierunterführungen geleitet. «Der Aufwand für das Leitsystem war gross», sagt Thomas Gerber. «Ich bin aber überzeugt, dass sich diese Investition lohnt. Wir hoffen, dass wir die Amphibienpopulation im Habsburgwald und in der Region weiter auf der Höhe halten können.» Er beruhigt aber auch die freiwilligen Helferinnen und Helfer: «Sie werden jetzt nicht einfach arbeitslos. Es gibt noch viele Einsatzmöglichkeiten. Ihr Engagement ist weiterhin gefragt.»