Schinznach-Bad
Ammann: «So reagieren nur Leute, denen sachliche Argumente ausgehen»

Die Stimmbürger von Schinznach-Bad haben entschieden: Sie wollen eine Fusion mit Brugg näher prüfen. Ammann Oliver Gerlinger erklärt im Interview, wie er mit den persönlichen Angriffen vor der Versammlung umgeht und was die weiteren Schritte sind.

Janine Müller
Merken
Drucken
Teilen
Schinznach-Bad hat seinen Wegweiser Richtung Brugg ausgerichtet. Jetzt fehlt nur noch die Meinung der Einwohnerräte der Stadt.

Schinznach-Bad hat seinen Wegweiser Richtung Brugg ausgerichtet. Jetzt fehlt nur noch die Meinung der Einwohnerräte der Stadt.

Alex Spichale

Herr Gerlinger, wie gross war der Stein, der Ihnen am Donnerstagabend nach der Gemeindeversammlung vom Herzen gefallen ist?

Oliver Gerlinger: Es war ein grosser Stein. Ich bin froh, dass die wichtigen Geschäfte, vor allem natürlich der Fusionskredit, durchgekommen sind.

Gemeindeammann Oliver Gerlinger Der IT-Projektleiter gehört seit dem 1. Januar 2010 dem Gemeinderat von Schinznach-Bad an. Im selben Jahr schaffte der 41-Jährige die Wahl zum Ammann.

Gemeindeammann Oliver Gerlinger Der IT-Projektleiter gehört seit dem 1. Januar 2010 dem Gemeinderat von Schinznach-Bad an. Im selben Jahr schaffte der 41-Jährige die Wahl zum Ammann.

zvg

Mit welchen Gefühlen sind Sie an die Gemeindeversammlung gegangen?

Ich war positiv gestimmt, auch wenn ich im Vorfeld einige negative Stimmen, gerade zum Fusionskredit, gehört habe. Aber es sind ja immer vor allem die negativen Äusserungen, die öffentlich kursieren. Besonders, wenn es emotionale Themen sind. Natürlich habe ich mich nicht sicher gefühlt. Man weiss nie, was an einer Gemeindeversammlung kommt. Trotzdem: Wir haben uns gut vorbereitet und konnten daher mit gutem Gewissen an die Gmeind gehen.

Wie haben Sie sich vorbereitet auf eine solche Versammlung mit emotionalen Themen wie dem Fusionskredit und der Badi-Sanierung?

Wir haben uns mit den kritischen Fragen auseinandergesetzt, sind auf die Anliegen eingegangen. Wichtig war, dass wir die Bedenken der Bürger ernst nehmen. Schwierig wäre es geworden, wenn die Diskussionen ausgeartet hätten, darauf kann man sich nicht so richtig vorbereiten. Zum Glück blieb es aber sachlich, das habe ich sehr geschätzt.

Trotzdem wurden Sie persönlich angegriffen. Sie kämen nicht aus Schinznach-Bad (Gerlinger stammt aus Rudolfstetten-Friedlisberg, d. Red.) und wüssten daher nicht, was gut ist für die Gemeinde. Wie gehen Sie damit um?

Was soll ich da schon sagen? So reagieren nur Leute, denen die sachlichen Argumente ausgehen. Ich habe mich als Gemeindeammann zur Verfügung gestellt und engagiere mich für das Dorf. Als mich die Leute gewählt haben, wussten sie, dass ich kein Ur-Schinznach-Bader bin.

Was sind jetzt die weiteren Schritte, sollte der Brugger Einwohnerrat den Fusionskredit bewilligen?

Wir werden mit Brugg zusammensitzen, einen Projektplan aufgleisen, Arbeitsgruppen bilden und Meilensteine festlegen. Ganz wichtig: Wir werden immer gemeinsam kommunizieren.

Den Artikel zur Gemeindeversammlung finden Sie hier.