Nach dem Paradigmenwechsel «ambulant vor stationär» in der Akutmedizin und der teilweise bereits fortgeschrittenen Umsetzung in einigen Kantonen, behandelte der 2018er-Roundtable dieses Thema aus dem Blickwinkel der Reha. Die Fragen, ob sich stationäre Reha-Leistungen zu ambulanten Leistungen verlagern lassen und ob es dafür in der Reha überhaupt Potenzial gibt, standen im Vordergrund.

Der Zentralsekretär der Gesundheitsdirektoren-Konferenz, Michael Jordi, zeigte in seinem Referat zuerst die unterschiedlichen Situationen der Kantone in der Akutmedizin auf. Er führte aus, dass nicht nur der Bund, sondern auch die Kantone an einer einheitlichen Lösung interessiert sind. Im zweiten Teil kommentierte er seine Sicht zur Reha-Zukunft. Als Herausforderungen betrachtete er die hier notwendigen strukturellen Anpassungen, die Transparenz der Leistungen und deren Finanzierung. Dass der Reha-Markt stark fragmentiert ist, erachtete er zudem als erschwerend.

Die von Willy Oggier geleitete Podiumsdiskussion mit CVP-Nationalrätin Ruth Humbel, Reto Dahinden (CEO Swica), Beat Schläfli (Direktor aarReha) und Michael Jordi zeigte Chancen auf, betrachtete aber auch Risiken und formulierte notwendige Schritte.

Humbel vertrat die Meinung, dass die Tarifpartner das Heft in Sachen Tarifierung wieder in die eigenen Hände nehmen sollten. Für Dahinden standen die Patientensteuerung und die Qualität der medizinischen Leistungen im Fokus. Er warnte auch vor kantonalen Sonderzügen und vor Fehlanreizen. Schläfli betonte, dass faire Tarife im ambulanten Sektor letztlich mehr bewirken würden als hoheitliche Vorgaben, die zudem mit administrativem Mehraufwand einhergehen würden.

Die interessante Fragestellung, ein meinungsbildender Einblick sowie die angeregte Diskussion versierter Akteure aus der Gesundheitsbranche machten den Anlass zu einer informativen Veranstaltung. (az)