Brugg-Windisch
Am Wochenende gibt es im Campussaal Brugg-Windisch noch Luft nach oben

Vergessen ist die lange Vorgeschichte, heute fällt nur das Positive ins Gewicht: Der Campussaal Brugg-Windisch ist erfolgreich. Am 19. Oktober 2013 wurde er eröffnet; im März 2014 wurde der 10 000. Besucher begrüsst – im Juni sind es bereits 13 000.

Elisabeth Feller
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Der Campussaal Brugg-Windisch als Bühne für grosse Auftritte. Hier gibt sich Manuel Grenacher, Gründer und Verwaltungsratspräsident der Windischer Coresystems AG, als Zirkusdirektor bei einem Kundenanlass.

Der Campussaal Brugg-Windisch als Bühne für grosse Auftritte. Hier gibt sich Manuel Grenacher, Gründer und Verwaltungsratspräsident der Windischer Coresystems AG, als Zirkusdirektor bei einem Kundenanlass.

Michael Hunziker

Bis Ende dieses Jahres dürften noch viele weitere Gäste dazukommen, denn mit 50 gebuchten Veranstaltungen weist der Campussaal 2014 eine sehr gute Auslastung auf. 40 Prozent der Anlässe gehen aufs Konto von Messen und Tagungen, 23 Prozent entfallen auf Kultur (Konzerte und Musicals), 20 Prozent auf Generalversammlungen – der Rest auf Behörden- und Politikveranstaltungen.

Solches freut Heidi Ammon, Präsidentin des Verwaltungsrates Campussaal Betriebs AG (CBAG) und Riet Pfister, Geschäftsführer und Verwaltungsrat. Pfister folgte im Frühling dieses Jahres auf Kurt Schneider aus Hausen, als dieser aus der Gemeindeverwaltung Windisch ausschied.

Mit Pfister steht ein vielseitig erprobter Mann der Gastronomie und Hotellerie an der Schnittstelle der CBAG zur Betreiberin, der ABA Management GmbH sowie zu den Trägern und den Kunden des Campussaals. «Wir sind auf Kurs», stellt Pfister in einer ersten Zwischenbilanz fest ohne Umsatzzahlen zu erwähnen und Heidi Ammon doppelt nach:

«Für uns ist der Campussaal eine Perle.»

Auch internationale Gäste

Diese Einschätzung richtet sich nicht bloss auf das – je nach Anlass – mit Rot, Blau oder Violett stimmig akzentuierte Ambiente, sondern auch auf die exzellente Lage: Der im Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) situierte Saal ist bloss zwei Fussminuten vom Bahnhof Brugg entfernt.

Wie sehr er Beachtung findet, zeigen Beispiele aus der Kundenliste: Brugg Cables ist ebenso zu Gast wie die Musikschule Brugg, die kürzlich ihr 50-Jahr-Jubiläum feierte oder die dynamische Jungfirma Coresystems aus Windisch, die unlängst ihre globalen Kunden in den Campussaal lud und dort eine zirkusreife Show bot. Lief der Saal-Betrieb von Beginn an rund? Pfister erwähnt kleine Anfangsschwierigkeiten im Hinblick auf die «etwas starre Preispolitik», doch Vergleiche mit der direkten Konkurrenz – beispielsweise mit dem Trafo Baden – hätten gezeigt, dass man attraktiv sei: «In unserem Mietpreis von 5000 Franken sind sehr viele Leistungen eingeschlossen.» Bis heute finden im Campussaal vor allem eintägige Veranstaltungen statt.

Will Pfister auch Kunden an Land ziehen, die mehrtägige Kongresse buchen? Der Geschäftsführer wägt ab und bringt dann die Frage nach Hotels ins Spiel. Selbst wenn in Brugg und Windisch einiges geplant sei (Stichwort: «Tower»), werde man bei kürzeren Anlässen bleiben. Profitieren könnte der Campussaal von der baldigen Instandsetzung des Kongresshauses Zürich, was eine temporäre Schliessung bedingt.

Wünsche für die Zukunft? Riet Pfister: «Ja. Wir möchten eine stärkere Auslastung des Saals an den Wochenenden. Wir denken an kulturelle Veranstaltungen und Events.»

Kommentar: Das Selbstbewusstsein darf noch wachsen

Von Elisabeth Feller

Dass sich der Campussaal Brugg-Windisch im Reigen arrivierter Kongresshäuser in Aarau, Baden und Zürich innert Kürze einen guten Ruf erworben hat, ist nicht selbstverständlich. Ausschlaggebend ist seine Vielseitigkeit, die er in den letzten Monaten überzeugend in die Waagschale geworfen hat. Das lässt gewonnene Kunden erneut kommen oder macht potenzielle neugierig.

Gerade diese sind jedoch nur dann zu erobern, wenn der Campussaal einen Trumpf noch stärker als bis anhin ausspielt: seine Verankerung in einer wirtschaftlich boomenden Region, die dem Grossraum Zürich zwar benachbart ist, diesem aber nicht erliegt. Dies bedingt ein regionales Selbstbewusstsein, das künftig noch wachsen darf. Ein stärkeres stärkt den Campussaal – und damit dessen nationale Ausstrahlung.