Am Freitag entscheidet der Brugger Einwohnerrat über die Teiländerung des Bauzonenplans betreffend Parzellen «Am Rain». Geschaffen werden sollen die planerischen Voraussetzungen, um die bestehenden Mehrfamilienhäuser an der Zurzacherstrasse durch eine neue Überbauung ersetzen zu können.

Die Fraktionen unterstützen das Vorhaben. Gemäss CVP ermöglicht die Änderung eine sinnvolle Verdichtung des Bauens. Die GLP ist ebenfalls überzeugt, dass die weitere Entwicklung gegen innen gerichtet sein muss und in erster Linie durch Verdichtung erreicht wird, weil die Bauzonenreserven der Stadt weitgehend ausgeschöpft sind. Das Areal «Am Rain» gilt laut SP als wichtige Zone für die städtebauliche Aufwertung entlang der Einfallsachse Zurzacherstrasse. Die geplante Gestaltung des «Brugger Ost-Tors» gefalle.

Begrüsst wird von der SVP, «wenn innovative Bauvorhaben eines privaten Investors rasch und unkompliziert behandelt, geprüft und alsdann bewilligt werden». Auch wenn es sich an sich um eine sehr positive Aufzonung handle, so die FDP, sei ohne weitere Erläuterung seitens Stadtrat aber nur schwer verständlich, dass die «massive, qualitativ gute und ihren Zweck noch lange bestens erfüllende» Lärmschutzwand abgerissen werden soll. Auch die Absicht, die öffentlichen Parkplätze ersatzlos abzubauen, könne nicht nachvollzogen werden.

Die EVP weist auf die vielen Leerwohnungen in Brugg hin und fragt sich, warum das Überbauungsprojekt so dringend ist und die Zonenplanänderung noch vor der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung vorgenommen werden muss. Ebenfalls stellt die Fraktion die Frage, ob auf dem Stadtgebiet genügend günstige Wohnungen zur Verfügung stehen, welchen Einfluss die Stadt auf die Mietzinsgestaltung hat und ob sich der Stadtrat auch für günstigen Wohnraum einsetzt.

Die Revision ist nötig

Der traktandierten Revision der Musikschulreglemente stimmt die EVP zu. «Die Integration der Musikschule in die Schule Brugg und damit die Unterstellung an die Schulpflege ist ein seit Langem vorbereiteter wichtiger Schritt.» Die Tariferhöhung für Elternbeiträge sei vertretbar. Erfreulich sei auch die Entflechtung der Kosten, sodass auswärtige Schüler «nicht mehr von Brugger Steuerzahlern subventioniert werden». Auch die CVP freut sich darüber, dass mit der Überarbeitung der beiden Reglemente «zeitgemässe Grundlagen und attraktive Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte geschaffen werden». Das Erlernen eines Musikinstruments und die Möglichkeit des gemeinsamen Musizierens fördern die kognitive Entwicklung und die soziale Integration der Heranwachsenden, so die Fraktion.

Die SP erachtet es als positiv, dass das revidierte Musikschulreglement dem kantonalen Gesamtarbeitsvertrag (GAL) angeglichen wird. Bedauert wird dagegen, dass die Tarife ungleichmässig – 50 Franken für Primarschüler, 10 Franken für die andern Stufen – erhöht werden und die Mehrkosten zulasten der Eltern gehen.

Für die FDP ist die Neuorganisation – unter anderem mit der Abschaffung der Musikschulkommission – ebenfalls überfällig. Auch die GLP bezeichnet die Revision als dringend nötig. Negativ falle nur auf, dass mit der Auflösung der Musikschulkommission deren Aufgaben an die Schulleitung und die Schulpflege verteilt und die bis anhin dafür zur Verfügung gestellten Ressourcen eingespart werden.

Die SVP hat bei der städtischen Verwaltung zusätzliche Informationen eingeholt, die bis zur Fraktionssitzung nicht vorlagen. «Schon jetzt steht aber fest, dass die Revision dazu führt, dass es für alle Beteiligten teurer wird: sowohl für die Stadt als auch die Schülerinnen und Schüler», führt die Fraktion aus. (mhu)

Sitzung Einwohnerrat Freitag, 4. Mai, 19.30 Uhr, Rathaussaal, Brugg.