Villigen/Würenlingen

Am Puls der Forschung: Das grösste Mikroskop zieht alle an

Dieses Mädchen fischt Kristalle aus einem Wasser-Salz- und Ethylen-Gemisch.

Dieses Mädchen fischt Kristalle aus einem Wasser-Salz- und Ethylen-Gemisch.

Grossandrang hat geherrscht am Tag der offenen Tür am Paul Scherrer Institut in Villigen und Würenlingen. Eine regelrechte Sogwirkung auf die Besucher hatte die SLS, die Synchrotron Lichtquelle Schweiz – auch grösstes Mikroskop der Schweiz genannt.

Die Besucherinnen und Besucher sind scharenweise auf das Gelände des Paul Scherrer Instituts (PSI) in Villigen und Würenlingen gekommen, um den «Puls der Forschung», so das Motto, anhand von Experimenten, Vorträgen oder Diskussionen gleich selbst zu fühlen.

Alle vier Jahre findet ein solcher Tag der offenen Tür statt. 2011 interessierten sich 11 000 Menschen für die Arbeit der Physiker, Biologinnen, Mediziner, Chemikerinnen oder Ingenieure. Eine junge Frau aus Windisch erklärte, sie begleite ihren Freund an diesen Anlass, habe selbst aber zuwenig Ahnung von dieser Materie. «Da wir aber ein solches Forschungszentrum in der Region haben, musste ich es einmal gesehen haben.» Aus demselben Grund war eine Brugger Familie mit zwei Jungs im Teenageralter da: «Sonst fährt man dran vorbei und nun hat man die Gelegenheit zu sehen, was in den Gebäuden passiert», sagte der Vater.

Lange Warteschlangen

Mit Vorträgen wurden den Leuten die Themen «Feuer, Schall und Rauch», «Geheimnisvolle Elementarteilchen – das PSI auf den Spuren des Urknalls» oder «Geschüttelt, nicht gerührt! – James Bond im Visier der Physik» näher gebracht. Um überhaupt ins Auditorium zu kommen, brauchte es am Sonntag auch eine Portion Glück. Um 11 wie um 13 Uhr bildeten sich lange Warteschlangen. «Feuer, Schall und Rauch» zog eben viele in ihren Bann.

Eine regelrechte Sogwirkung auf die Besucher hatte die SLS, die Synchrotron Lichtquelle Schweiz – auch grösstes Mikroskop der Schweiz genannt. Wer sich auf diesen Rundgang begab, erfuhr Wesentliches zur verbesserten Röntgendiagnostik. So kann mittels «Phasenkontrast-Mammographie» ein Tumor in der Brust schärfer und detailreicher dargestellt werden. Im Vergleich mit der konventionellen Mammographie wird durch Brechung und Streuung der Röntgenstrahlen ein stärkerer Bildkontrast erzeugt. Ebenso erfuhr man, dass Pulvermedikamente auf ihre chemische Zusammensetzung untersucht werden. Denn je nach Zusammensetzung hat diese eine entsprechende Wirkung auf den Menschen.

Farbige Wässerchen

Im Schülerlabor «iLab» mischten Buben und Mädchen verschiedene Farbtöne aus Lebensmittelfarbe zusammen. Die Cuvette mit den verschieden farbigen Wässerchen wurden danach durch den Spektrometer getestet, also den Regenbogenfarben ausgesetzt. Damit untersuchten die Kinder, welches Licht zu sehen ist und welches geschluckt, also absorbiert wird. Ebenso eifrig wie die Kinder die Farben mischten, experimentierten sie später mit Schallwellen.

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