Brugg

Am Bahnhof bleibt Recycling vorerst Wunschdenken

Recyclingstationen wie hier in Baden gibt es am Bahnhof Brugg nicht.

Recyclingstationen wie hier in Baden gibt es am Bahnhof Brugg nicht.

An vielen Schweizer Bahnhöfen stehen seit geraumer Zeit die blauen Abfalltonnen der SBB, wo die unterschiedlichen Abfallarten geordnet entsorgt werden können. Doch am Bahnhof Brugg sucht man vergebens nach einer Möglichkeit zur ökologischen Abfalltrennung.

Brugg Seit 2014 können Reisende in den 34 grössten Bahnhöfen der Schweiz die Wertstoffe Papier, PET und Aluminium getrennt entsorgen. Am Bahnhof Brugg, der mit Fernverkehrsanbindungen an Zürich, Zürich Flughafen, Basel und Bern sowie diversen Regionalzügen und Busverbindungen prominent in das Betriebsnetz der SBB integriert ist, sucht der umweltbewusste Fahrgast vergebens nach einer Möglichkeit, seine leere PET-Flasche oder die ausgetrunkene Bierdose ökologisch wertvoll zu entsorgen.

Nur ein paar Schritte – oder eine Bahnhofsunterführung – weiter sieht das Bild auf dem Neumarktplatz ganz anders aus. Bereits Ende 2018 installierte die Stadt Brugg an vier Standorten ein Abfalltrennsystem für die PET- und Alu-Sammlung. Für die notwendige Entsorgungslogistik strebte der Stadtrat damals eine Zusammenarbeit mit den SBB an.

Mangelnde Kapazitäten seitens der SBB beim Pilotprojekt

Aufgrund Kapazitätsengpässe von Seiten der Bundesbahnen und der für Testzwecke nicht verfügbaren Recyclingstationen mit wetterfester Abdeckung konnte der geplante Pilotversuch allerdings nicht gestartet werden. Deshalb suchten die Abteilung Planung und Bau sowie der Werkdienst eine eigenständige Lösung auf dem Neumarktplatz auf der Basis der bewährten Abfallbehälter, der sogenannten Abfallhaie aus Chromstahl.

Mit dem Campus Brugg-Windisch der Fachhochschule Nordwestschweiz als Bildungs- und Innovationszentrum in unmittelbarer Nähe, wo unter anderem auch das Institut für Biomasse und Ressourceneffizienz beheimatet ist, wäre ein fortschrittliches Abfallsystem auch am Bahnhof Brugg durchaus naheliegend. Durchschnittlich 20600 Passagiere steigen täglich am Bahnhof Brugg ein oder aus. Zieht man die Wochenenden ab, sind es gar 24500, wie ein Blick auf die aktuellste Statistik der SBB aus dem Jahre 2018 zeigt. Der Bahnhof Brugg belegte damit bereits 2018 den 29. Platz im Bezug auf die Personenfrequenz der Schweizer Bahnhöfe. Der Bahnhof Baden, wo Recyclingstationen seit mehreren Jahren gang und gäbe sind, liegt mit 32100, respektive wochenendbereinigt 37600 Passagieren auf dem 19. Platz.

Auf die Frage, wann denn nun eine Abfalltrennung auch am Bahnhof Brugg Realität wird, hält sich SBB-Mediensprecher Reto Schärli bedeckt: «Das Interesse unserer Kundinnen und Kunden an Recyclingmöglichkeiten im öffentlichen Verkehr ist sehr erfreulich. Die SBB prüfen momentan die Platzierung von Recyclingstationen in weiteren Bahnhöfen.» Ein Terminplan bestehe dabei aber nicht. Wann und ob dereinst auch am Bahnhof Brugg rezykliert werden kann, bleibt also offen. Immerhin ein laues Versprechen lassen sich die SBB dennoch entlocken: «Sollte dies der Fall sein, wäre Brugg als einer der ersten Bahnhöfe mit dabei.»

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