Rüfenach
Altes Lied neu entdeckt: «Rüfenach und Rei, das isch e schöni Gmei»

Nach 15 Jahren ist am Neujahrsapéro in Rüfenach erstmals wieder das «Rüfenacher-Lied» gesungen worden, das der ehemaligeGemeindeschreiber Rolf Meyer 1998 zum 100-Jahr-Jubiläum der Gemeinde getextet hatte.

Ursula Burgherr
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Die Primarschülerinnen und -schüler von Rüfenach singen zum ersten Mal wieder das «Rüfenacher-Lied», das 15 Jahre nicht mehr erklungen war.

Die Primarschülerinnen und -schüler von Rüfenach singen zum ersten Mal wieder das «Rüfenacher-Lied», das 15 Jahre nicht mehr erklungen war.

Ursula Burgherr

Fröhliches Geplauder, das Klingen von Gläsern und immer wieder ein herzliches «Ä guets Nöis»: So tönte es am Neujahrsapéro im reich bevölkerten Foyer der Schule Rüfenach. Der gemeinsame Start ins 2014 am Sonntag, bevor der «courant normal» wieder Einzug hält, gab allen Bewohnerinnen und Bewohnern einen Motivationsschub: Mit neuer Energie will man die Herausforderungen meistern, die das Jahr mit sich bringt.

Für Gemeindeammann Karl Läuchli heisst das beispielsweise, dass die leer stehenden Schulräume nach dem Umzug der Oberstufe von Rüfenach nach Brugg bald wieder ihrer Funktion entsprechend genutzt werden. «Die Anlage ist gebaut für 250 Schüler», meinte er in seiner Neujahrsansprache, «zurzeit befinden sich 50 Kinder drin.»

«Viele sind jetzt noch auf der Suche»

Dass an den Gemeindewahlen für die Amtsperiode 2014–17 alle Ämter im ersten Wahlgang besetzt wurden, erachtet Läuchli nicht als selbstverständlich. «Viele Gemeinden sind jetzt noch auf der Suche nach guten Kräften für ihre Ressorts», erzählte er und appellierte an das Engagement der Leute: «Setzt Euch für etwas ein im Leben. Sei es in einem Verein, einer Kommission oder einer Behörde!»

Der markanteste Wechsel in Rüfenach ist wohl derjenige vom Gemeindeschreiber zur Gemeindeschreiberin: Nelly Schwarz trat die Nachfolge von Rolf Meyer an, der unglaubliche 42 Jahre in seinem Amt waltete. «Wir sind zurzeit in einem Prozess der Einarbeitung», sagte Läuchli und versprach: «Bei nächster Gelegenheit berichten wir Euch, was unsere Zielsetzungen in der laufenden Legislaturperiode sind.»

Woran ihm liegt, verriet der Gemeindeammann schon in groben Zügen: gute Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz, moderat verstärkte Bautätigkeit und die Beibehaltung einer möglichst grossen Selbstständigkeit der Kommune.

Grosse Stunde der Schüler

Und dann schlug die grosse Stunde der Primarschülerinnen und -schüler. Mit Kerzen in der Hand formierten sie sich zum Chor und brachten dem Publikum ein Ständchen. Anfangs noch etwas schüchtern, sangen sie am Schluss aus voller Brust das «Rüfenacher-Lied». «Rüfenach und Rei, das isch e schöni Gmei», do sind alli gärn dehei» heisst es da.

Rolf Meyer hatte die vier Strophen über die früher getrennte und heute geeinigte Doppelgemeinde zur 100-Jahr-Feier (1998) getextet, dann verschwanden sie in der Versenkung; jetzt hielten sie dank Läuchli wieder Einzug in die ortsansässigen Primarschulklassen.

Was empfanden die Kinder beim Singen des Liedes aus einer Zeit, als sie noch gar nicht geboren waren? Nils, 9: «Mir gefällts. Am Schluss im Refrain heisst es ja immer, dass Rüfenach eine schöne Gemeinde ist. Und das stimmt auch!»