Lupfig

Altersheim: Gemeinderat kämpft für Freigestellte – und tritt zurück

Antonino Vecchio hat am Dienstagmorgen den Rücktritt aus dem Gemeinderat Lupfig eingereicht, um frei von Verpflichtungen für die Freigestellten des Altersheims kämpfen zu können.

Antonino Vecchio hat am Dienstagmorgen den Rücktritt aus dem Gemeinderat Lupfig eingereicht, um frei von Verpflichtungen für die Freigestellten des Altersheims kämpfen zu können.

Die überraschende Freistellung von acht Mitarbeitenden im Haus Eigenamt kann Antonino Vecchio nicht nachvollziehen. Er verlässt den Gemeinderat nach 12 Amtsjahren per Ende Juni und will sich für die Betroffenen einsetzen.

«So geht man als Milizpolitiker nicht mit den Leuten um», sagt Antonino Vecchio, seit 12 Jahren Mitglied des Gemeinderats Lupfig. Die überraschende Freistellung von acht Mitarbeitenden im Haus Eigenamt sei eine grosse Ungerechtigkeit. Vecchio wurde am Montagabend, wie alle anderen Gemeinderatsmitglieder der Trägergemeinden Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz, vom Vorstand des Altersheimvereins Eigenamt vor vollendete Tatsachen gestellt. Der Entscheid im Vorstand fiel übrigens nicht einstimmig, wie aus mehreren Quellen zu vernehmen war.

«Sicher wurden in der Vergangenheit auf beiden Seiten Fehler gemacht», räumt Vecchio ein. «Ein Pflegeheim ist aber keine Grossbank. Da muss man schon genauer hinschauen, wenn etwas nicht rund läuft, und mit den Verantwortlichen sprechen.»

Acht Entlassungen im Altersheim Eigenamt: Eine Mitarbeiterin erzählt.

Acht Entlassungen im Altersheim Eigenamt – eine betroffene Mitarbeiterin erzählt.

Seine Ehefrau arbeitet in der Pflege

Auch in politischer Hinsicht kann Vecchio diese acht Kündigungen nicht akzeptieren. Der CVP-Politiker hat seine Konsequenzen bereits gezogen und am Dienstagmorgen bei der Gemeindekanzlei Lupfig seine Demission per 30. Juni eingereicht. «Die Begründungen des Vorstands kann ich teilweise zwar bis zu einem gewissen Grad noch verstehen, ich erachte jedoch, dass diese Kündigungen in diesem Ausmass nicht zu rechtfertigen sind», so Vecchio in seinem Rücktrittsschreiben. Die getroffenen Entscheide seien eines Pflegeheims und einer öffentlicher Einrichtung unwürdig, schreibt er weiter. «Ich verlasse den Gemeinderat, damit ich frei von Verpflichtungen und Abmachungen für das Anliegen dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kämpfen und mich für sie einsetzen kann.»

Der 52-Jährige ist im Gemeinderat für die Ressorts Verwaltungsliegenschaften, Feuerwehrwesen, Feuerpolizei, Feuerschau, Militärwesen, Notstandsmassnahmen, Zivilschutz und Veranstaltungen zuständig. Seine Ehefrau arbeitet als Pflegerin im Haus Eigenamt, ist aber von den ausgesprochenen Kündigungen nicht betroffen.

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