Lupfig
Altersheim-Entlassungen: Kanton nimmt das Haus Eigenamt unter die Lupe

Nach den Entlassungen hat die Kontaktgruppe der vier Trägergemeinden einen Bericht zu den Vorfällen im Altersheim verfasst. Die Entlassenen wurden nicht angehört. Nun kommt der Kanton zu Besuch.

Claudia Meier
Merken
Drucken
Teilen
Im Haus Eigenamt bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen. (Archiv)

Im Haus Eigenamt bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen. (Archiv)

Elisabeth Feller

Die acht Freistellungen vor einer Woche im Haus Eigenamt in Lupfig (die az berichtete), haben in der Region hohe Wellen geworfen. Eine Bewohnerin der Demenzabteilung berichtet einer Angehörigen beim Besuch am Wochenende, es herrsche ein Durcheinander – ein «Gheu».

Nach dem Eklat vor einer Woche haben die Gemeinderäte der vier Trägergemeinden Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz eine Kontaktgruppe ins Leben gerufen, die zwischen dem Vorstand des Altersheimvereins Eigenamt und dem Personal vermittelt. In den darauffolgenden Tagen fanden mehrere Gespräche mit Vorstandsmitgliedern, dem interimistischen Geschäftsführer Martin Plüss und einigen Mitarbeiterinnen statt. Die Freigestellten seien nicht angehört worden, bestätigt Hans Vogel, Gemeindeammann in Scherz und Vorsitzender der Kontaktgruppe, auf Rückfrage. Das sei nicht der Auftrag gewesen, sagt Vogel kurz und verweist auf die Medienmitteilung. «In Anwesenheit einer Delegation des Vorstands und Martin Plüss wurde ein Bericht zuhanden der vier Gemeinderäte verabschiedet», heisst es in der Mitteilung.

Hans Vogel, Ammann von Scherz und Leiter der Kontaktgruppe der vier Trägergemeinden: «Die kantonalen Fachbehörden werden in den nächsten Tagen im Zusammenhang mit dem Wechsel in der Geschäftsleitung das Haus Eigenamt routinemässig besuchen.»

Hans Vogel, Ammann von Scherz und Leiter der Kontaktgruppe der vier Trägergemeinden: «Die kantonalen Fachbehörden werden in den nächsten Tagen im Zusammenhang mit dem Wechsel in der Geschäftsleitung das Haus Eigenamt routinemässig besuchen.»

Michael Hunziker

In diesem Bericht werde unter anderem festgehalten, dass der Betrieb des Hauses Eigenamt – also in erster Linie die Versorgung und Betreuung der Bewohner und Bewohnerinnen – unter der Verantwortung des neuen Geschäftsführers Martin Plüss sichergestellt werde. Dank Pensenerhöhungen, Neueinstellungen und dem grossen Einsatz der Mitarbeitenden sei dies möglich gemacht worden, so die Kontaktgruppe der Trägergemeinden Haus Eigenamt.

Beschlüsse in zwei Wochen gefasst

Das Haus Eigenamt steht – wie alle Pflege- und Altersheime – unter Aufsicht der kantonalen Fachbehörden. Diese werden «im Laufe der nächsten Tage im Zusammenhang mit dem Wechsel in der Geschäftsleitung das Haus Eigenamt routinemässig besuchen», schreibt Vogel in der Mitteilung weiter. Aufgrund des Berichts der Kontaktgruppe werden die vier Gemeinderäte von Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz in den nächsten zwei Wochen Beschlüsse für die Zukunft des Hauses Eigenamt fassen, so Hans Vogel. Die Kontaktgruppe werde anschliessend das weitere Vorgehen koordinieren.

GV findet nicht am 18. März statt

Der Altersheimverein Eigenamt zählt rund 400 Mitglieder. Der Vorstand setzt sich aus je einem Gemeindevertreter der vier Trägergemeinden zusammen. Er wird vom jeweiligen Gemeinderat bestimmt, muss aber nicht zwingend Behördenmitglied sein. Im fünfköpfigen Vorstand hat kein Mitglied mehr als vier Jahre Erfahrung. Am längsten dabei – nämlich seit 2011 – sind Irene Ulmann, Gemeinderätin in Lupfig, und die Scherzer Vertreterin und frühere Gemeinderätin, Marion Piffaretti. Tobias Kull ist Gemeinderat in Birr und seit 2012 im Vorstand – von Anfang an als Präsident. Seit letztem Jahr dabei sind Gojko Jevric, Gemeinderat in Birrhard, und der am Montag zurückgetretene Arzt Fredi Bärtschi aus Dättwil.

Die diesjährige Generalversammlung hätte am 18. März stattfinden sollen, muss aber aus aktuellem Anlass verschoben und aufgrund grosser Nachfrage in eine Halle verlegt werden. Die Vereinsstatuten sehen eigentlich eine Durchführung im ersten Quartal vor.