Windisch/Eigenamt
Altersarbeit ist ein Erfolg: Besuchsdienst ist der nächste Streich

Fünf Jahre Altersleitbild Windisch/Eigenamt: Die Zeit ist reif für einen Rückblick sowie einen Ausblick mit neuen Vorschlägen. Geplant sind etwa der Aufbau eines flächendeckenden Besuchsdiensts oder Betreuungsangebote zu Hause.

Michael Hunziker
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In der Altersarbeit sind in der Region wichtige Projekte umgesetzt worden – unter anderem die Einführung der Koordinationsstelle Alter Region Brugg.

In der Altersarbeit sind in der Region wichtige Projekte umgesetzt worden – unter anderem die Einführung der Koordinationsstelle Alter Region Brugg.

Nicole Nars-Zimmer niz

Zusammenführung der Spitex-Organisationen zur Spitex Region Brugg AG, Gründung des Vereins «forum 60 plus», Einführung der Koordinationsstelle Alter Region Brugg, Verteilung der Broschüre «Gut informiert im Alter»: In der Altersarbeit sind in Windisch und im Eigenamt bedeutende Projekte umgesetzt worden. Dazu kamen die Schaffung einer Börse für Senioren oder die Durchführung von Informationsveranstaltungen.

Viele Ziele seien dank der Kommission für Altersfragen erreicht worden, lautete denn auch das Fazit an einer Medieninformation, an der am Donnerstag in Windisch das aktualisierte Altersleitbild präsentiert worden ist. Red und Antwort standen Christoph Haefeli, Gemeinderat Windisch; Irene Ulmann, Gemeinderätin Lupfig sowie Roland Guntern, Pro Senectute Aargau.

Vorzeigemodell für Altersarbeit

Als wesentlichen Faktor für den Erfolg bezeichneten die Anwesenden die vertiefte Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Organisationen und Institutionen. Ebenfalls sei der Wille für die kontinuierliche Weiterentwicklung vorhanden. Kurz: Die Region Windisch/Eigenamt sei mit ihren Angeboten und ihrer Struktur ein Vorzeigemodell für die Altersarbeit im ganzen Kanton. Für die Zukunft seien die Weichen richtig gestellt.

Apropos: Geplant sind Aktivitäten wie der Aufbau eines flächendeckenden Besuchsdiensts, die Einführung von Präsenzzeiten der Koordinationsstelle Alter im Raum Eigenamt – um die Wege zu verkürzen – oder aber die Prüfung von Betreuungsangeboten zu Hause. Die Menschen würden immer älter und blieben immer länger in den eigenen vier Wänden, stellte Roland Guntern fest. Dies sei durch verschiedene Dienste problemlos möglich. Es gelte nun abzuklären, was vorhanden und was zusätzlich möglich sei.

Unterstützt werden sollen weiter das «forum 60 plus» sowie die Freiwilligenarbeit. Die Einbindung der Stadt Brugg in die Altersarbeit ist ebenfalls ein Punkt, genau wie das Thema Alter und Migration. Ein Augenmerk gerichtet wird nicht zuletzt auf die Bereiche regionale Pflegebettenplanung, Schaffung eines Seniorenrats im Eigenamt, kostengünstiges betreutes Wohnen sowie hindernisfreies Bauen. Letzteres komme, fügte Guntern an, nicht nur den Senioren zugute, sondern allen Personen – den Eltern, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind genauso wie den Menschen mit einer Beeinträchtigung. Würden bei Bauvorhaben die entsprechenden Überlegungen frühzeitig einfliessen, könnten bessere und günstigere Lösungen gefunden werden, als wenn im Nachhinein Anpassungen ausgeführt werden müssten.

Acht Gemeinden beteiligt

Dass das Altersleitbild überarbeitet werden muss, war von Anfang an so geplant. Rückblick: 2009 wurde der gemeinsame Altersleitbildprozess abgeschlossen. Beteiligt waren die Gemeinden Birr, Birrhard, Habsburg, Hausen, Lupfig, Mülligen, Scherz und Windisch. Im damaligen Bericht war eine Überprüfung alle fünf Jahre vorgesehen. Für diese verantwortlich zeichnete eine Projektgruppe mit Vertretern von Gemeindebehörden, ambulanten Diensten und stationären Angeboten sowie einer Fachberatung. Mit den erarbeiteten Papieren auseinandergesetzt hat sich in der Folge eine breit abgestützte Begleitkommission. Sie hat die Ausführungen abgeglichen und vervollständigt und Anregungen für die Weiterarbeit gegeben.

Die Absicht sei es einerseits, die umgesetzten Massnahmen zu bewerten und andererseits – unter Berücksichtigung der laufenden Entwicklungen – neue Ziele zu setzen, sagte Christoph Haefeli. Einiges sei passiert, einiges sei erreicht worden in den letzten Jahren, einiges habe sich – auch durch verschiedene gesetzliche Vorgaben – verändert, fasste er zusammen. Eine Herausforderung stelle es künftig dar, sinnvolle, gut abgestützte und realistische Vorschläge vorzustellen. Die Verantwortlichen machen sich indes keine Illusionen: Da und dort werde viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen.

Offene Augen und Ohren

Alles in allem habe sich die Altersarbeit erfreulich entwickelt, führten die Verantwortlichen aus. Sie blicken zuversichtlich in die Zukunft, versprachen, die Augen und Ohren offenzuhalten, die Fragen und Bedürfnisse aufzunehmen und auch die Senioren einzubeziehen.

Nebenbei: Bis zum Jahr 2040 wird sich laut dem Bericht der Projektgruppe die Anzahl der Personen über 60 Jahre in der Region Windisch/Eigenamt von heute rund 5650 auf über 7000 erhöhen.