Rund 50 Aargauer Museen machen dieses Jahr mit beim internationalen Museumstag am 21. Mai. Eines davon ist das Ortsmuseum Schürhof in Windisch. Pünktlich zum Museumstag wird dort jedes Jahr etwas Neues eröffnet oder präsentiert. Letztes Jahr war es der Fischereiteil, heuer ist es der Gewölbekeller. Er erhielt vor kurzem einen neuen Zugang, sodass er bequem besichtigt werden kann. Zudem wurde die Ausstellung im Keller ergänzt. Das genaue Alter des Kellers ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass er älter ist als das sich darüber befindende Wohnhaus, er wurde also vor 1878 gebaut.

Im Keller wurden früher Lebensmittel gelagert. Diese sind noch immer zu besichtigen, ausserdem befinden sich heute auch Objekte aus dem Winzerberuf in dem Raum. Zum Beispiel eine handbetriebene Maschine, um Zapfen in die Weinflaschen zu stecken, oder Fässer, um den Wein reifen zu lassen. Wein wird auch am Museumstag ein grosses Thema sein. Die Winzer der Besserstein AG aus Villigen sind zu Gast im Museum und bieten ihren Wein zur Degustation an.

Museum über Jahre komplettiert

Das Ortsmuseum gibt es seit 2003. Es wird von Magdalena und Walter Spillmann privat betrieben. Der Schürhof, wo sich das Museum befindet, ist der Bauernhof, auf dem Walter Spillmann aufgewachsen ist. Sein Vater betrieb hier Landwirtschaft. Seit dem Bau im Jahr 1878 ist auf dem Hof vieles gleich geblieben. Mit ein Grund, weshalb das Ehepaar Spillmann das Museum hier eröffnete. Als Grundbestand des Museums dienten damals vor allem die bereits vorhandenen Gerätschaften und Gegenstände aus dem Familienbesitz. Im Laufe der Zeit wurden diese mit Schenkungen ergänzt.

Heute sei das Museum eigentlich komplett, sagt Spillmann, es gebe gerade nichts, das er noch vermisse. Projekte hingegen gebe es noch einige, fährt Spillmann fort. An kommenden Museumstagen könnten sie sich zum Beispiel vorstellen, einen Zimmermann zu engagieren, der vorzeigt, wie sein Handwerk in früheren Zeiten funktioniert hat.

In einem Teil des Museums, in der früheren Scheune und dem früheren Stall, befindet sich alles rund um die Landwirtschaft. Pflüge, Futtertröge oder alte Dreschmaschinen gibt es hier zu sehen. Besonders auffällig ist der riesige Hängegleiter aus dem Jahr 1930, der an der Decke hängt. «Damit konnte man in der Zeit der Flugpioniere am Hang fliegen. Der Hängegleiter war ein Bausatz zum selber zusammenbauen», erklärt Spillmann.

In einem weiteren Gebäude ist die Handwerker-Abteilung. Von einer alten Esse über frühere Bienenhäuser bis hin zur Handdruckspritze der Feuerwehr Windisch aus dem Jahre 1835 gibt es hier alles zu finden. Es sind ausschliesslich Handwerksberufe ausgestellt, die es in Windisch auch tatsächlich gab. Viele Objekte stammen aus der Gemeinde selber.

Wohnung wie anno dazumal

Ebenfalls zum Museum gehört eine Wohnung. Diese ist eingerichtet, wie es vor 100 Jahren üblich war. Vor zwei Jahren stellten die Museumsinhaber den ursprünglichen Zustand der Räume wieder her. Eine Küche, ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer sind mit originalen Möbeln, die teilweise über 150 Jahre alt sind, ausgestattet.

Auch hier stammt vieles aus dem Familienbesitz der beiden. Jeweils zwei Mal im Jahr, am Museumstag und am Trottenfest, ist das Museum öffentlich zugänglich. Ansonsten hat es keine festen Öffnungszeiten, kann aber auf Voranmeldung besucht werden.

Am Museumstag vom 21. Mai hat das Ortsmuseum Schürhof von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Andere Museen im Bezirk Brugg, die mitmachen sind: Hexenmuseum Auenstein, Stadtmuseum und Vindonissa-Museum Brugg sowie Legionärspfad und SBB Historic Windisch.