Mit 2300 Ja- zu 996 Nein-Stimmen ist in Brugg an der Urne der Baukredit von 10,56 Mio. Franken für die Sanierung und Erweiterung des Schulhaus Stapfer sowie die Erneuerung des Sportplatz Hallwyler angenommen worden.

Vizeammann Andrea Metzler strahlt übers ganze Gesicht, die Erleichterung ist ihr anzusehen: «Wir haben natürlich auf ein solches Resultat gehofft», stellt sie fest. Umso erfreuter sei sie, in welcher Deutlichkeit es ausgefallen, wie gross das Vertrauen der Stimmbevölkerung gewesen sei. Denn im Vorfeld, gibt sie zu Bedenken, sei der Ausgang einer Abstimmung schwierig abzuschätzen – zumal es diesmal um einen stolzen Betrag ging. Das klare Resultat führt sie zurück auf die sorgfältige Planung. «Das Projekt ist sauber ausgearbeitet worden und wir haben stets versucht, umfassend zu informieren. Offenbar hat dieses Vorgehen Früchte getragen. Es schien unbestritten, dass die Sanierung und die Erweiterung dringend nötig sind.»

Jetzt gehe es an die Umsetzung mit dem Baugesuchsverfahren sowie der Vergabe der Aufträge. Erstellt werden müssen auch die Provisorien. Denn weil die Bauarbeiten am Stapferschulhaus unter laufendem Betrieb nicht möglich sind, werden 10 Schulklassen in Containern untergebracht. Besonderes Augenmerk gerichtet wird auf den Bereich Sicherheit rund um diese Grossbaustelle, betont Andrea Metzler. Ebenfalls sorgfältig vorgenommen werde durch den Stadtrat die Kostenkontrolle, versichert sie weiter. Mit bösen Überraschungen jedenfalls rechnet sie nicht.

Für SVP war Betrag zu hoch

Kritik ist im Vorfeld da und dort laut geworden wegen der Höhe des Kredits. Allen voran die SVP hielt mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Sie erachtete den Betrag schlicht als unverhältnismässig und nicht vertretbar, forderte ein deutlich redimensioniertes Projekt sowie ein Kostendach und Rahmenbedingungen, um das Wünschbare vom Machbaren zu trennen. «Wir investieren gerne in Bildung, aber nicht in Beton», sprach die Partei schon an der Sitzung des Einwohnerrats im Mai des letzten Jahrs Klartext.

«Wir sind die Einzigen, die konsequent politisieren und auch zu unserer Meinung stehen», sagt SVP-Präsident Stefan Baumann nach der Abstimmung. Als positive Überraschung wertet er den Umstand, dass der Nein-Stimmen-Anteil mit 30 Prozent hoch war – und damit über dem SVP-Wähleranteil lag. Offenbar aber seien Ängste vorhanden gewesen, dass bei einem Nein Abstriche bei der Schule gemacht werden müssten. «Jedoch wird mit der Sanierung und Erweiterung kein Schüler bessere Leistungen zeigen, denn es handelt sich nicht um eine Investition in die Bildung, sondern in die Infrastruktur», stellt Baumann fest und ergänzt: «Es ist ein demokratischer Entscheid. Diesen müssen wir akzeptieren.»

Die SVP habe versucht, eine Diskussion zu lancieren, was sich als nicht ganz einfach herausgestellt habe, fügt er an. Trotzdem: «Wir haben unternommen, was im Rahmen unserer Möglichkeiten lag. Wir hoffen sehr, dass der Stadtrat diesen Wink verstanden hat.»

Turm wird erdbebensicher

Das Terminprogramm sieht vor, dass die Gesamtsanierung und Erweiterung des Schulhauses Stapfer und die Erneuerung des Sportplatzes Hallwyler bis zu den Sommerferien 2018 fertiggestellt sein wird. Der Umzug in das Provisorium ist während den Sportferien 2017 geplant.

Das über 100 Jahre alte, denkmalgeschützte Gebäude wird versehen mit neuen Gruppenräumen sowie einem Lift. Saniert werden Fassade, Dach und Sockelgeschoss, ersetzt die Kanalisation und die Haustechnikinstallationen: Elektro, Heizung, Lüftung und Sanitär. Alle inneren Oberflächen werden erneuert, die Umweltschadstoffe fachgerecht ausgebaut und entsorgt.

Nicht zuletzt wird der Turm im Innern mit einer Stahlkonstruktion versehen, damit die Erdbebensicherheit gewährleistet werden kann. Die geplante Erweiterung, ein Sockelbau, nimmt zwei Klassenzimmer sowie einen Gruppenraum auf.