Hausen

«Alte Menschen sollen nicht bevormundet werden»: Sie will auf ü65-Liste in den Nationalrat

Claudia Bandixen blickt bereits auf 40 Jahre breites sozialpolitisches Engagement zurück.

Claudia Bandixen kandidiert auf der Liste von Team 65plus für den Nationalrat. Im Aargau ist sie vor allem wegen ihres ehemaligen Amts bei der Reformierten Kirche bekannt.

Im Aargau bekannt ist Claudia Bandixen vor allem als ehemalige Präsidentin des Kirchenrats der Reformierten Landeskirche Aargau (2003 bis 2012). Zudem hat sie regional Selbsthilfegruppen für Migrantinnen konzipiert und geführt, hat sich bis auf nationale Ebene für die Palliative Care eingesetzt und deren Gestaltung im Aargau wesentlich beeinflusst. Seit 2012 ist sie Direktorin des evangelischen Missionswerks Basel «Mission 21». Das Werk engagiert sich weltweit für die Friedensförderung, bessere Bildung, Gesundheit und gegen Armut, besonders für Frauen. Zudem leistet es Bildungsarbeit in der Schweiz.

Ende Juni geht Claudia Bandixen als Direktorin der «Mission 21» in Pension. In dieser Funktion war und ist sie oft international unterwegs, besucht dabei Gebiete wie Nordnigeria, den Kongo oder den englischsprachigen Teil Kameruns, wo sie «auf fast nicht beschreibbare Zustände» trifft. Als Direktorin der «Mission 21» hat sie zudem mit vielen internationalen Persönlichkeiten zu tun. Nun soll der Schritt in die Politik erfolgen.

Das gesellschaftspolitische Engagement liege ihr im Blut, sagt die 62-jährige Bandixen. «Es macht mir grosse Freude, mich in schwierigen Situationen einzusetzen und Schritt für Schritt zu guten Lösungen zu finden.» Durch ihre Arbeit habe sie auch gelernt, die Demokratie, wie sie in der Schweiz gelebt wird, hochzuhalten. «Sie fördert die Selbstverantwortung und fordert von jedem ein hohes Mass an Mitverantwortung. Unsere Demokratie lebt vom Engagement jedes Einzelnen, auch von meinem.» Darum wolle sie sich politisch engagieren.

Eine Stimme für die Älteren

Die parteilose Claudia Bandixen aus Hausen kandidiert auf der Liste Team 65 plus für das nationale Parlament. «Eine eigene Stimme zu haben, ist für ältere und alte Menschen extrem wichtig. Gerade für sie sind Existenzsicherung und Zugang zu Leistungen des Gesundheitswesens zentral», findet Bandixen. Die Weichen dafür würden in einem hohen Mass im Nationalrat gestellt. «Ältere und alte Menschen sollen nicht bevormundet werden, sondern mit eigener Stimme im Nationalrat vertreten sein», sagt Bandixen. «Mir persönlich ist es dabei ein grosses Anliegen, dass auch das andere Extrem der Altersskala – die ganz jungen Erwachsenen – direkt Einsitz haben und mitgestalten können.»

Drei Themenbereiche sind Claudia Bandixen besonders wichtig. Erstens will sie sich für den guten Umgang mit dem Alter einsetzen, dass das Leben bis zuletzt möglichst selbstbestimmt und immer würdig gestaltet ist. Zweitens will sie sich gegen den drohenden Schwund der Mittelschicht engagieren. Sie nennt dabei die Stichworte Armutsfalle und Arbeitslosigkeit. Drittens ist ihr der respektvolle und realistische Umgang mit Migrantinnen und Migranten wichtig. «Dazu gehört auch eine verantwortungsvolle Asylpolitik», ergänzt Bandixen.

Für ein gutes Zusammenleben

Bandixen ist überzeugt, dass es «im Nationalrat Menschen braucht, die sich mit Blick auf eine alternde Gesellschaft für eine nachhaltige und gerechte Sanierung der AHV einsetzen». Dafür engagiere sie sich, darum sollen die Stimmberechtigten ihr das Vertrauen aussprechen. «Es braucht Nationalräte und Nationalrätinnen, die sich mit Erfahrung und innovativer Kraft für ein gutes Zusammenleben unserer vielfarbigen Gesellschaft starkmachen.» Zudem gehöre der Umgang mit Finanzen, aber auch mit Fremdem zu ihren Kernkompetenzen.

Bezüglich ihren Wahlchancen wiegelt Bandixen ab: «Von der Professionalität und meinem Leistungsausweis her sind meine Wahlchancen gut. Aber Wahlchancen hängen stark vom Bekanntheitsgrad der Kandidatin bzw. des Kandidaten und der Partei ab.» Da gebe es sehr viel bekanntere Persönlichkeiten als sie.

Claudia Bandixen ist Theologin und Managerin. Sie ist verheiratet mit dem Pfarrer Edlef Bandixen, hat drei erwachsene Kinder und ein Enkelkind. Sie kann auf 40 Jahre breites, sozialpolitisches Engagement auf lokaler, kantonaler und internationaler Ebene zurückschauen. Dabei hat sie die unterschiedlichsten Aufgaben wahrgenommen. «Ich bringe die Werte der Landeskirchen ein und agiere parteiunabhängig», sagt Bandixen von sich. Nebst ihren Hobbys Wandern, Lesen und Sprachen ist sie noch Vertreterin im Internationalen Ökumenischen Rat in Genf.

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