Rüfenach

Alte Christbäume füllten die Reisekasse der Schüler

Die Festwirte: Sari Stamm, Leonie Goldinger, Lehrerin Käthy Blunschi, Djamila Ernst und Benjamin Gartner (v.l.).

Die Festwirte: Sari Stamm, Leonie Goldinger, Lehrerin Käthy Blunschi, Djamila Ernst und Benjamin Gartner (v.l.).

Schülerinnen und Schüler führten die Festwirtschaft am Entsorgungstag für Weihnachtsbäume. Weil sie wussten, dass sie mit dem Kauf von Kuchen eine gute Sache unterstützen, kamen die Leute gern.

Eine kleine Zitterpartie war es für den Gemeinderat anfänglich schon. «Machen genügend Leute mit? Wie viele Bäume kommen zusammen? Wie wird sich das Regenwetter auswirken?» Doch schnell konnte Willi Hauenstein, der Hausherr auf dem Breitihof, aufatmen. Schon in der ersten Stunde sammelten sich rund 30 Christbäume im Spezialfahrzeug, das auf seinem Areal bereitstand. Froh über den grossen Zuspruch waren auch Lehrerin Käthy Blunschi und ihre Schüler Benjamin Gartner, Sari Stamm, Djamila Ernst und Leonie Goldinger. Sie hatten die Festwirtschaft mit Kuchen und Zopf organisiert und geführt, Getränke schenkte die Familie Hauenstein aus.

Willi Hauenstein nahm die Christbäume entgegen. Fotos: Hans Christof Wagner

Willi Hauenstein nahm die Christbäume entgegen. Fotos: Hans Christof Wagner

Gemeinderat suchte Alternative

Zustande kam die Aktion durch eine Anfrage des Gemeinderats an die Schule im Oktober: «Übernehmt ihr die Festwirtschaft bei der geplanten Christbaum-Aktion am 9. Januar?» Lange Bedenkzeit brauchte es nicht. Die Sechstklässler mussten nur das Okay von ihren Mamis und Papis einholen, was schnell erledigt war. Am Vortag der Aktion, also am vergangenen Freitag, war Grossbacktag in der Schule: Kiloweise Kuchen- und Zopfteig wurden verarbeitet. Schliesslich sollten die Backwaren ja möglichst frisch sein.

Der Andrang am Buffet war zeitweise recht gross, das Kässeli füllte sich.

Der Andrang am Buffet war zeitweise recht gross, das Kässeli füllte sich.

Früher war die Christbaum-Abgabe in Rüfenach ein schnöder Akt. Man fuhr in die Grünschnittdeponie Gheid und warf das dörre Weihnachts-Überbleibsel hinein. Dann musste die Deponie geschlossen werden. «Das wilde und missbräuchliche Ablagern von Müll hat einfach überhandgenommen, da mussten wir einen Riegel vorschieben», berichtete Willi Hauenstein, der als Gemeinderat unter anderem für die Kehrichtabfuhr und den Winterdienst zuständig ist. So überlegte sich die Behörde Alternativen und kam zum Schluss: «Warum nicht einen kleinen Event aus der Entsorgung machen, eine Art Neujahrsapéro in bäuerlicher Umgebung?»

Rund 60 Bäume entsorgt

Weil sie wussten, dass sie mit dem Kauf von Kuchen eine gute Sache unterstützen, kamen die Leute gern. Was in der Kasse landete, verwenden die Sechstklässler für ihre Abschlussreise, die vor den Sommerferien stattfinden wird. Es geht für zwei Tage zu einem Schweizer Ziel. Wohin genau, steht noch nicht fest. Alle fünf Schüler und Lehrerin Käthy Blunschi dürfen Vorschläge machen. Über die wird abgestimmt. Welcher am meisten Stimmen bekommt, wird verwirklicht.

Nach Abschluss der Aktion auf dem Breitihof kann sich die Bilanz sehen lassen: 60 Christbäume brachten die Einwohnerinnen und Einwohner vorbei. Willi Hauenstein wird sie in die Kehrichtverwertung Turgi bringen. Und die Sechstklässler freuen sich über einen grosszügigen Zustupf für ihre Abschlussreise.

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