Jetzt geht es doch vorwärts mit dem «Centurion Tower». Das 15-geschossige Hochhaus mit Hotel, Dienstleistungsbetrieben sowie Miet- und Eigentumswohnungen unmittelbar beim Bahnhof und beim Fachhochschul-Campus in Brugg-Windisch wird erstellt. Der Verwaltungsrat der Kabelwerke Brugg AG Holding sowie der Brugg Immobilien AG haben der Realisierung zugestimmt.

In den letzten Monaten seien am Projekt einige Anpassungen vorgenommen und verschiedene Finanzierungsvarianten geprüft worden, schreibt die Gruppe Brugg in einer Medienmitteilung. «Die Investitionsbereitschaft ist durch die vier erfolgreichen Geschäftsbereiche Seiltechnik, Rohrsysteme, Prozessleittechnik und Brugg Immobilien ungetrübt vorhanden.»

Einzig der Energiekabelbereich bereite aktuell Sorgen. Die Gruppe Brugg äussert sich jedoch zuversichtlich, mit den kürzlich vorgenommenen Anpassungen – auch Stellenabbau – die zukünftigen Herausforderungen in den internationalen Märkten erfolgreich meistern zu können.

Hotel mit rund 75 Zimmern

Das Baugesuch für den «Centurion Tower» wird nun nach der Bearbeitung der verschiedenen Ausführungsvarianten eingereicht. In den beiden Untergeschossen sind unter anderem Parkplätze, Haustechnik sowie Kellerräume untergebracht.

Im Erdgeschoss befinden sich Hotel und Dienstleistungen mit Restaurant und Empfang. Die rund 75 Hotelzimmer sind im 1. bis 3. Obergeschoss vorgesehen. Im 4. und 5. Obergeschoss eingerichtet werden kleinere Mietwohnungen ohne Loggias, im 6. bis 11. Obergeschoss grössere Mietwohnungen mit Loggias. Das 12. bis 14 Obergeschoss, mit Loggias, ist reserviert für Eigentumswohnungen.

Das Baubewilligungsverfahren soll laut Gruppe Brugg bis Mitte 2017 abgeschlossen sein. Der Baubeginn ist auf das vierte Quartal 2017 vorgesehen. Die eigentliche Realisierungsphase dauert bis Ende 2019, spätestens erstes Quartal 2020. Verläuft alles reibungslos, kann die Inbetriebnahme Mitte 2020 erfolgen.

«Mit diesem regionalen Engagement sichert sich die Kabelwerke Brugg AG Holding den Erhalt und die Ergänzung der Immobilienanlagen und eine nachhaltige Diversifikation in den Finanzanlagen», führt die Gruppe Brugg aus. Die zentral gelegene Parzelle überzeuge und begünstige mit einer zukunftsweisenden Nutzung eine langfristig gesicherte Investition zusätzlich.

Aargauhotels mit an Bord

Verantwortlich für das Projekt zeichnet Rolf Henggeler. Als Geschäftsführer hat der mittlerweile 68-jährige zwar per Anfang Monat die Verantwortung der Brugg Immobilien AG an seinen Nachfolger Christian Oehler übergeben.

Er wird die Umsetzung aber weiterhin mit aller Kraft begleiten. «Für den Hotelbereich konnten wir mit Rolf Kasper der Aargauhotels eine Partnerschaft eingehen und wir freuen uns natürlich, mit ihm eine lokale Hotelgrösse für das geplante Hotel gefunden zu haben», wird Henggeler in der Medienmitteilung zitiert.

Rückblick: Lanciert wurde das Vorhaben ursprünglich unter dem Titel «Tower». Um eine gute Grundlage zu erhalten, liess die Brugg Immobilien AG einen Studienauftrag durchführen. Aus diesem ging der Vorschlag des Architekturbüros Schneider & Schneider aus Aarau als Sieger hervor und konnte im Juni 2014 präsentiert werden. Im Herbst des gleichen Jahres wurden auf dem Areal das alte Cardinal- sowie das Landi-Gebäude abgebrochen.

Bei den folgenden Grabungen auf dem rund 2500 Quadratmeter grossen Gelände an der Steinackerstrasse stiessen die Archäologen auf eine Richtung Südosten verlaufende Mauer sowie auf Keramikscherben, Knochen, Ziegelstücke, Fibeln und Münzen. Wertvollster Fund war ein massiver, vollständig erhaltener silberner Fingerring mit Kobraköpfen auf beiden Seiten.

Die Arbeiten am Vorprojekt für den «Centurion Tower» wurden im letzten Jahr abgeschlossen. In der Folge galt das Augenmerk dem Bauprojekt sowie der Baubewilligung. Mitte Mai dieses Jahres, im Stadium der Baueingabe, gab die Brugg Immobilien AG bekannt, dass die Planung unterbrochen wird – solange, bis der Entscheid des Grossen Rats zu den kantonalen Reformvorschlägen für die Berufs- und Mittelschullandschaft vorliegt.

Denn bei einer Schliessung der KV-Abteilung, die heute auf zwei Stockwerken im sogenannten Flex-Gebäude an der Industriestrasse eingemietet ist, hätte die Brugg Immobilien AG Leerstände in ihrem bestehenden Gebäude zu verzeichnen gehabt. Ende August aber sind die Reformvorschläge im Kantonsparlament gescheitert.