Im Fluss spazieren gehen, ohne dass die Füsse nass werden? Das ist seit kurzem in unseren Gewässern möglich. In der Limmat, der Aare, der Reuss und der Surb entstanden durch den niedrigen Wasserpegel ganz neue Flusslandschaften.

Viele der von Algen bewachsenen Steine sind aus dem Wasser aufgetaucht und verlocken zu vorsichtigen Spaziergängen. Man kann kleine Müscheli oder schön geschliffene Steine sammeln. Das Wasser fliesst gemütlich, und die Steine machen den Anschein, als ob sie auch einmal frische Luft schnappen wollten.

Doch: Ist das des einen Freud und des anderen Leid? Steht uns eine Wasserknappheit bevor? «Die Situation ist nicht dramatisch», sagt Stephan Suter von der kantonalen Abteilung für Landschaft und Gewässer. «Im Winter ist es oft so, dass die Pegelstände tief sind. Denn der Niederschlag in den Bergen fällt als Schnee und fliesst deshalb nicht ab.»

Pegelstand ändert sich schnell

Da die meisten Flüsse durch die Seen gespeist würden, sei es kaum möglich, dass der Pegelstand zu niedrig werde. Bei grösserem Niederschlag im Frühling, und sobald die Schneeschmelze eintritt, ändere sich der Pegelstand schnell wieder, erklärt Suter. Kein Grund zur Sorge also. Genauso ist es bei den Fischen: Ihnen wird es noch lange nicht zu eng. «Für die Fische ist die momentane Situation kein Problem, erst wenn monatelang kein Regen fällt, wird es kritisch», sagt René Urs Altermatt von der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons.

Der Pegelstand sei sogar optimal für eine Kies-Remobilisierung. Dabei wird mit Maschinen Kies, der nun aus dem Wasser schaut, bewegt. «So bleibt das Sol-Substrat locker und die Fische können besser laichen», erklärt Altermatt. Man müsse der Natur ein wenig nachhelfen, wenn dem Wasser die Fliessgeschwindigkeit fehle, um den Kies selber zu lock