Brugg
Als Erstes gab es für die Funkenflieger in der Pause ein Glacé

Die Brugger Primarschule Stapfer wurde gestern für ihr bezauberndes Zirkus-Musical «De chly Clown» mit dem «Funkenflug» ausgezeichnet. Die Prämierung fand im Kurtheater Baden statt.

Elisabeth Feller
Merken
Drucken
Teilen
Die Zirkusfamilie des Schulhauses Stapfer verabschiedet sich vom Publikum im Kurtheater.Alex Spichale

Die Zirkusfamilie des Schulhauses Stapfer verabschiedet sich vom Publikum im Kurtheater.Alex Spichale

Alex Spichale

Gäbe es sie, hätte die Nachrichtensprecherin von Radio Brugg dies in den Mittagsnachrichten verkündet: «Brugger Invasion in Baden. 200 Kinder und 20 Lehrpersonen stürmten gestern das Kurtheater. Sie nahmen dort an einer Feier teil, weil sie mit ihrem Musical ‹De chly Clown› beim Funkenflug-Wettbewerb der Fachstelle Kulturvermittlung des Kantons Aargau gewonnen hatten.»

So hat es sich nicht abgespielt, weil es kein Radio Brugg gibt. Mit der Invasion hat es aber seine Richtigkeit. Die Schülerinnen und Schüler der Primarschule Stapfer sowie Kindergärtler fuhren am Freitagmorgen früh mit dem Zug nach Baden, um dort in einer sechsminütigen Blitzshow noch einmal zu zeigen, welch würdige Preisträger sie sind.

Das selbst geschriebene Musical um den Zirkus-Clown Augustin, der seinen Sohn Tino liebend gerne in seinen Fussstapfen sähe, schlug im Frühling 2012 beim Publikum ein.

Schulleiterin Barbara Iten erinnert sich: «Die Produktion entstand, weil der Orchesterverein Brugg auf uns mit der Frage zukam: Habt ihr Lust, gemeinsam mit uns ein Projekt zu realisieren?» Die Schule Stapfer hatte.

Funkenflug-Wettbewerb

Der Wettbewerb Funkenflug lädt Schulen ein, eigene kulturelle Projekte umzusetzen. «Kultur macht Schule» vergibt jährlich die Funkenflug-Auszeichnung an herausragende Kulturprojekte von Schulen. Die Gewinner erhalten je 5000 Franken. (AZ)

Und schon stürzten sich 200 Mitwirkende – Kinder, musikalische Leiterin, Regisseure, Mitglieder des Orchestervereins sowie zugezogene Musiker – in das Zirkus-Musical-Abenteuer, das Barbara Iten so kommentiert: «Der Aufwand war riesig, aber für alle – vor allem in menschlicher Hinsicht – lohnend.»

Als besonders eindrücklich empfand die Schulleiterin dies: «Jedes Kind hatte in dieser Produktion seinen Part; jedes hatte wirklich etwas zu sagen.»

Dass die Primarschule Stapfer das Projekt überhaupt verwirklichen konnte, verdankt sich einem früheren Vorhaben aus dem Jahr 2010. Dieses wurde damals prompt mit dem «Funkenflug» und damit 5000 Franken ausgezeichnet.

Nur drei Jahre später ist die Primarschule Stapfer erneut prämiert worden, «und das», sagt Barbara Iten, «ist für uns alle ein ermutigendes Zeichen.»

Die Schulleiterin lächelt. «An dem Tag, als bekannt wurde, dass wir ausgezeichnet werden, bekam jedes Kind in der Pause ein Glacé: ein Cornet.» Das war das erste Zückerchen, das zweite folgte gestern im Kurtheater Baden – 5000 Franken.

Was macht die Primarschule Stapfer mit diesem Betrag? «Wir werden zuerst einmal gemeinsam die für junge Menschen geschaffene Produktion ‹Insalata Verdi› der Oper Schenkenberg in Schinznach-Dorf besuchen.»

Bleibe dann noch ein «Restposten» übrig, werde man diesen natürlich für ein neues kulturelles Projekt verwenden. Das war gestern im Kurtheater aber noch kein Thema. Da glitzerte am Ende, als alle aufstanden, um das unsterbliche Lied «O mein Papa» zu singen, manch eine Träne im Knopfloch.