Brugg
Alles wird neu hinter der «Alten Post» mitten in Brugg

Scharnierstelle zwischen Neumarkt und Altstadt: An die künftige Bebauung des Areals «Alte Post» in Brugg werden hohe Anforderungen gestellt.

Michael Hunziker
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Das Areal hinter dem ehemaligen Hauptpostgebäude soll neu überbaut werden.

Das Areal hinter dem ehemaligen Hauptpostgebäude soll neu überbaut werden.

Michael Hunziker

Veränderungen kündigen sich an für das Areal «Alte Post» in Brugg: Entstehen sollen zeitgemässe Wohnungen und Gewerbeflächen sowie Räume für eine zentrale, städtische Verwaltung mit einem neuen Stadtbüro. Das ehemalige Hauptpostgebäude bleibt erhalten.

Letzte Woche hat die BSS & M Real Estate AG diese Pläne publik gemacht. Das Unternehmen, ein unabhängiger Projektentwickler mit Sitz in Zürich, veranstaltet einen Studienauftrag. Sieben Architekturbüros sind eingeladen, ihre Vorschläge zur Bebauung des Gevierts hinter der «Alten Post» einzureichen. Über die Teilnehmer wird noch nichts verraten. Der Entscheid des Beurteilungsgremiums wird im Februar 2016 erwartet.

«Verträgliches Mass» ist gefragt

Als Grund für den Studienauftrag nennt Architektin Judith Hornberger von der BSS & M Real Estate AG den Zustand der bestehenden Liegenschaften. «Einige der Häuser sind sanierungsbedürftig.» Die «Alte Post», fährt sie fort, stehe zwar unter kantonalem Schutz und müsse mit denkmalpflegerischer Sorgfalt bearbeitet werden. Der rückwärtige Anbau aber könne abgebrochen werden. «Das dahinterliegende Areal soll mit einer neuen Bebauung besser ausgenutzt werden.»

Eine Herausforderung ist es gemäss Judith Hornberger, «das verträgliche Mass an Ausnutzung zu finden, ohne die historischen Bauten auf und neben dem Areal zu bedrängen». Anders ausgedrückt: Die Bebauung entlang der Schulthess-Allee müsse der direkten Nachbarschhaft zur Altstadt Rechnung tragen. «Auch die Neubauten hinter der ‹Alten Post› dürfen deren Wirkung und ästhetische Präsenz nicht mindern.»

Ziel sei es, durch Ersatzbauten und durch lokale bauliche Eingriffe in den angrenzenden Strassen- und Platzräumen die Stadtmitte zwischen Neumarkt-Quartier und Altstadt aufzuwerten. Erwarten dürfen die Einwohnerinnen und Einwohner, fasst Judith Hornberger zusammen, ein lebendiges Quartier, das Wohnen und Arbeiten vereinigt und mit der städtischen Verwaltung ein hohes Mass an öffentlicher Nutzung bietet. Das Neumarkt-Quartier werde durch die Überbauung «Alte Post» näher mit der Altstadt zusammenrücken, ist sie überzeugt. Verläuft alles reibungslos, könnte der Gestaltungsplan Ende 2016 bewilligt, die Baubewilligung 2017 erteilt werden. Der Bezug wäre Ende 2019 denkbar.

Grosse Bedeutung für die Stadt

Für Brugg hat das zentral gelegene Areal «Alte Post» eine grosse Bedeutung, hält Stadtrat Leo Geissmann gegenüber der Aargauer Zeitung fest. «Es handelt sich um eine eigentliche Scharnierstelle im innerstädtischen Gefüge.» Geissmann spricht von einer Chance, ein bisher eher unbeachtetes Baufeld entwickeln zu können und attraktive Wohn- und Arbeitsplätze errichten zu lassen.

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