Feuerwerk-Drama
«Alles voller Blut»: Vater erzählt, wie sein Sohn mehrere Finger verlor

Ein 30-Jähriger hat sich am Montag in Brugg verletzt, als ein Feuerwerkskörper in seiner Wohnung losging. Wenig später war sein Vater bei ihm. Er ist in Sorge um seinen Sohn und sagt: «Franz hat schon so viel Leid erfahren.»

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Franz I.* war in Panik. Er hatte mit einem Feuerwerkblindgänger hantiert und verletzte sich die linke Hand, als dieser explodierte. Massiv: Mehrere Finger sprengte die Explosion weg.

Der 30-Jährige griff sofort zum Telefon und rief nur Sekunden später seinen Vater an. Diesem bot sich kein schönes Bild: «Es war alles voller Blut, er hat viel Blut verloren», sagt Emil I.*

Der Vorfall ereignete sich am Montag im Brugger Wohnquartier Rain und schreckte die dortigen Anwohner auf. Denn: Die Polizei fand in der Wohnung von Franz I. mutmasslich gefährliche Chemikalien. Die umliegenden Häuser mussten evakuiert werden.

Die Spekulationen nahmen ihren Lauf: Wer ist der Mann und was führte er im Schilde? Gar ein Verbrechen?

«Er war schon etwas komisch», sagt eine Nachbarin am Montag zu «Tele M1». «Ich habe ihn noch nie gesehen», eine andere. Er lebe zurückgezogen.

Am Dienstag widersprach die Staatsanwaltschaft solchen Vermutungen vehement: Man gehe von einem Unfall aus.

Chemikalien zum Entwickeln von Fotos?

«Wir glauben wirklich, dass er niemanden gefährdet hat», sagt der Vater. Sein Sohn sei gelernter Fotofachmann – er vermutet, dass er deshalb unter anderem Chemikalien zum Entwickeln von Fotos zuhause hatte.

Im Interview mit «Tele M1» entschuldigt er sich bei den Nachbarn im Namen seines Sohnes: «Es tut uns äusserst leid, dass sie solche Unannehmlichkeiten an diesem Nachmittag erleben mussten.»

Leicht fällt es ihm offensichtlich nicht, über den Vorfall zu sprechen. «Franz hat schon so viel Leid erfahren in seinem Leben», sagt er, den Blick gesenkt. «Und jetzt ist das auch noch dazu gekommen.» (smo)

*Namen der Redaktion bekannt