Feuerwehr

Alles nur Show: So reagiert die Feuerwehr, wenn sich ein Baumstamm durch das Auto bohrt

An ihrer Hauptübung demonstrierte die Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen ihr Können vor rund 200 Besuchern und feierte das neue Magazin.

An der steilen Uferböschung hinunter zum Süssbach hängt ein weisser Opel Corsa. Quer durch das Auto hindurch hat sich ein langer, dicker Baumstamm gebohrt. Im Auto sitzt die Fahrerin. Zwei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr rücken an, Einsatzkräfte sichern die Unfallstelle, fixieren das Auto, damit es nicht weiter in den Süssbach abrutscht, und bergen die verunfallte Fahrerin aus dem Fahrzeug. Jeder Handgriff sitzt. Noch an der Unfallstelle wird die Frau von der Sanität medizinisch versorgt.

Die Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen überzeugt bereits im ersten von insgesamt fünf Posten ihrer Schlussübung. Die Besucher können hierbei sämtlichen Abteilungen wie Atemschutz, Absturzsicherung, Verkehrsdienst, Elektriker, Maschinisten und Sanität bei der Arbeit zusehen.

28 neue Feuerwehrleute in diesem Jahr

Beim nächsten Posten schneidet ein Feuerwehrmann mit einer Motorsäge eine Öffnung in eine unzugängliche Haustür, um den dahinterliegenden Brand löschen zu können. Danach fahren 28 neue Feuerwehrleute, die im Jahr 2019 zur Feuerwehr gekommen sind, mit dem Tanklöschfahrzeug vor. Der stellvertretende Feuerwehrkommandant Adrian Winkenbach erzählt, dass sie bereits im vergangenen Jahr 45 neue Feuerwehrleute gewinnen konnten. Die neuen Feuerwehrleute werden in einem eigenen Zug von zwei Offizieren und drei Gruppenführern ausgebildet.

Die 28 neuen Feuerwehrleute aus diesem Jahr haben nun die Aufgabe, den grossen, brennenden Holzstapel, der sich auf der Wiese türmt und ein Einfamilienhaus symbolisiert, zu löschen. Sie gehen schnell und sicher vor, dringen in das Haus ein, löschen das Feuer und prüfen anschliessend die Qualität des Brandrauches.

Der nächste Posten ist beim Schulhaus. Dort werden vier Leitern ausgefahren, um über die Fenster ins oberste Stockwerk zu gelangen. Menschen werden an Seilen gesichert und über die Leitern aus dem Gebäude gerettet. Eine verletzte Person wird in einer Schleifkorbtrage liegend vorsichtig abgeseilt.

Anschliessend demonstriert der Verkehrsdienst sein Können auf der Hauptstrasse und sichert souverän die Feuerwehrarbeiten im Zusammenspiel mit dem fliessenden Verkehr.

Kommandant Stefan Hiltpolt, der seit 2016 der 2008 fusionierten Feuerwehr der drei Gemeinden vorsteht, lädt danach zum Apéro ein. Das neue Feuerwehr-Magazin im Gesamtwert von 950 000 Franken wird festlich eingeweiht, und ein nagelneuer Personentransporter fährt vor. Roby Baschnagel übergibt der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen das 199 PS starke Fahrzeug, in dem neun Leute Platz haben.

Eugen Bless, Präsident der Feuerwehrkommission, ist froh über die gute Ausstattung der Feuerwehr. Damit können die Frauen und Männer motiviert im Einsatzgebiet arbeiten und im Bedarfsfall den insgesamt 11 500 Einwohnern helfen.

In spezieller Mission abgeseilt

Dann erklärt Architekt Reto Burri die Details des neuen Magazins. Im Magazin, das direkt auf der ältesten noch funktionierenden römischen Wasserleitung steht, erhält Bauleiterin Melanie Müller einen speziellen Auftrag. Sie muss ein «Problem» unten an der Wasserleitung lösen und wird dafür im schmalen Kontrollschacht langsam abgeseilt. Schon bald kommt sie aber freudestrahlend und mit einer weissen Orchidee – einem Dankeschön für ihre geleistete Arbeit – wieder nach oben.

Die gesamte Schlussübung der Feuerwehr zeigte, dass im Falle eines Falles die Einwohner von Windisch, Habsburg und Hausen in kompetenten Händen sind.

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