Sport tut gut und ist gesund, das ist unumstritten. Leider hat der Tag nur 24 Stunden und das Wochenende ist ohnehin viel zu kurz, deshalb bleibt oftmals zu wenig Zeit für die körperliche Betätigung. So gehts jedenfalls mir. Aus diesem Grund habe ich den Umzug der az-Redaktion nach Brugg genutzt, und habe mein Velo fahrtüchtig gemacht, sodass ich am Morgen nicht mehr an die Bus-Fahrpläne gebunden bin, und die mit Pendler vollgestopften Busse hinter mir lassen kann.

Ab jetzt bin ich als Reporterin auf dem Fahrrad unterwegs. Auf diese Weise bin ich auch in der Stadt mobiler und schnell einsetzbar. Aber hauptsächlich fahre ich mit dem Velo zur Redaktion und wieder nach Hause. Diese Fahrradtour durch Wald, Tunnel, an Bauernhöfen und Äckern vorbei, über Brücken und Asphalt lässt mich erwachen, wie es ein Kaffee niemals tun könnte. Mit dem Fahrrad von Schinznach-Dorf nach Brugg, direkt der Sonne entgegen: Ein super Start in den Tag.

Tretend der Buslinie entlang

Kaum aus dem Bett bin ich schnell angezogen, packe noch halb träumend Block, Stift und Fotoapparat zusammen und platziere mich auf dem gediegenen Sattel meines City-Fahrrades. Handschuhe und Helm sind montiert, also kann ich meine Tour zur Arbeit starten. Am Morgen sind nicht mehr viele Autos auf den Strassen, da nutze ich die Gelegenheit und fahre der Buslinie 371 entlang nach Brugg. An der Ponywiese vorbei, an Bauern- und Brockenhäusern. Bewusst schaue ich die Landschaft an.

Ganz aus einer anderen Perspektive, wie mir auffällt. Auf dem neuen Radweg durch Villnachern sehe ich einen Gleichgesinnten. «Der hat wohl auch entdeckt, wie schön der Weg zur Arbeit sein kann», glaube ich zu wissen und fahre grinsend auf ihn zu. Mit der immer kleiner werdenden Distanz fühle ich mich dem anderen Fahrradfahrer auf eine undefinierbare Art verbunden. Eine ähnliche Verbundenheit, wie wenn jemand das gleiche Auto fährt. Gegrüsst wird selbstverständlich, mindestens per Augenkontakt. Das stellt auf.

Der frisch asphaltierte Weg ist beinahe eben und somit drehen sich die Räder meines Velos schon fast von allein. Ich lasse die Sonne in mein Gesicht scheinen. Eine riesige Fliegensonnenbrille verdeckt meine Augen. Bestimmt siehts ein wenig lustig aus.

«Durchlüftet» zur Arbeit

Schluss mit asphaltierten Strassen. Ich biege auf den Waldweg ab. Genau die richtige Entscheidung: Auf dem braun-beigefarbenen Steinweg werden mein Fahrrad und ich so richtig durchgeschüttelt. Spätestens jetzt bin ich richtig wach und meine Glieder sind vollständig durchblutet. Druck und Stress fallen von mir ab.

Die Sonne glitzert im Fluss und wirft die langen Schatten der Bäume auf den steinigen Weg. Nach einer halben Stunde bin ich in der Brugger Altstadt angekommen. Mit dem Bus hätte ich nicht viel Zeit gespart; zudem konnte ich dem Alltagssmog entfliehen und habe mir stattdessen einen sportlichen Start in den Tag gegönnt, beginne meine Arbeit beschwingt und gut «durchlüftet».