Hausen

Alles bleibt so wie es ist: Auf der Büntefeldstrasse fahren auch in Zukunft keine Autos

Die Büntefeldstrasse in Hausen gilt als attraktive Verbindung für Fussgänger und Velofahrer. Auch künftig gilt das Motorfahrzeugverbot.

Die Büntefeldstrasse in Hausen gilt als attraktive Verbindung für Fussgänger und Velofahrer. Auch künftig gilt das Motorfahrzeugverbot.

Die kantonale Fachstelle tritt auf die Bremse – auf dem Veloweg in Hausen bleibt das heutige Verkehrsregime bestehen. Eine Änderung sei laut Kanton nicht «bewilligungsfähig».

Die Absicht hat viele aufgeschreckt in Hausen. Im Juli dieses Jahres wurde bekannt, dass ein neues Verkehrsregime eingeführt werden soll auf der Büntefeldstrasse. Die Rede war von einer Öffnung des Velowegs für den motorisierten Verkehr in Richtung Umfahrungsstrasse, zeitlich beschränkt und mit einer Tempo-30-Signalisation.

Ein Ziel der Massnahme sei es, hielt der Gemeinderat in einem Schreiben fest, das Dorfzentrum rund um die Holzgasse zu entlasten. Innerhalb der Auflagefrist gingen insgesamt 46 Einsprachen ein gegen die geplante Teilöffnung. Viele befürchteten eine Beeinträchtigung der Sicherheit von Velofahrern und Fussgängern.

Die Öffnung ist nicht bewilligungsfähig

Beim Verfahren wurde ein Marschhalt eingelegt. Auch die Abteilung für Baubewilligungen des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt meldete nach dem Erlass der neuen Verkehrsanordnungen ihre Vorbehalte an. Weil der betroffene Strassenabschnitt ausserhalb der Bauzone liege, so die Begründung, müsse zur Überprüfung der Signalisationsanpassungen ein Baugesuch eingereicht werden.

Zur Erinnerung: Zuvor hatte die Abteilung Tiefbau beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt den geplanten Änderungen zugestimmt. Auch die Verkehrsfachleute sowie die Regionalpolizei (Repol) Brugg hatten das Vorhaben als für gut befunden.

Jetzt ist klar: Das heutige Verkehrsregime auf der Büntefeldstrasse – mit dem Motorfahrzeugverbot – bleibt unverändert bestehen. Die Abteilung für Baubewilligungen hat dem Gemeinderat Hausen schriftlich mitgeteilt, dass «die Öffnung der Büntefeldstrasse baubewilligungspflichtig und auch nach nochmaliger Prüfung nicht bewilligungsfähig ist», heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde. Eine Erschliessung über Nichtbaugebiet widerspreche dem Bundesgesetz über die Raumplanung.

Diese Einschätzung des Kantons hat den Gemeinderat dazu veranlasst, seinen Beschluss zur Teilöffnung der Büntefeldstrasse zu widerrufen. Mit dem Widerruf, steht weiter in der Medienmitteilung, werde dem Begehren der zahlreichen Einsprecherinnen und Einsprechern entsprochen.

Der Gemeinderat will nun im Rahmen des Projekts «Kommunaler Gesamtplan Verkehr» alternative Möglichkeiten zur Verkehrsentlastung des Dorfzentrums prüfen «und ist bemüht, die Schulwegsicherheit im Bereich der Holzgasse anderweitig zu erhöhen».

Das Kämpfen hat sich gelohnt: Erfolg für die Bevölkerung

Patrick Müller war einer der Anwohner, die sich gegen die Öffnung der Büntefeldstrasse wehrten. Er freut sich über den Widerruf. «Es ist ein grosser Erfolg für die Bevölkerung, Fahrradfahrer, Spaziergänger und die Natur!» Ein Fragezeichen macht er allerdings nach wie vor zum Vorgehen der Verantwortlichen von Gemeinde und Kanton.

Einfache Abklärungen seien nicht getätigt, eine Infoveranstaltung für Anwohner der Büntefeldstrasse nie in Betracht gezogen worden, stellt er fest. «Hier hätte ein konstruktiver Austausch stattfinden können.»

Über die Köpfe der Bevölkerung und die Gesetze hinweg habe der Gemeinderat die Massnahme umsetzen wollen, fügt Müller an. Im vorliegenden Fall zeige sich, dass der Bürger nicht alles glauben oder sich nicht alles gefallen lassen soll und sich das Kämpfen lohnen könne.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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