Effingen
Alle zwei Jahre geht es in Effingen drunter und drüber

Die Effinger haben am Wochenende verushct, den Winter zu vertreiben. Die Mitwirkenden am traditionellen Eierleset haben die Zuschauer – und sich selbst – bestens unterhalten.

Daniel Vizentini
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Der Jässchärtler verkörpert die ewige Spielfreude der Menschen
38 Bilder
Der mit Stroh gestopfte Straumuni wird für den Kampf vorbereitet
Der Hühnermaa bietet junge eierlegende Hennen an
Effingen Eierleset 2012
Ein letzter Zug vor dem harten Kampf
Und los geht's – der Ritter führt das Feld an
Die Urchigen Figuren verbreiten im Dorf Angst und Schrecken
Vorne der Schnäggehüsler, hinten 'der Alte' und 'die Alti'
Tannästler – der immergrüne Wald
Nach einer kurzen Ansprache geht die Sause los
Rund zwölf Kilometer wird der Läufer insgesamt hinterlegen müssen
Mit vollem Körpereinsatz wird gekämpft
Zuerst tanzen sie, dann werfen sie sich zu boden
Mit seltsamen Lauterufen soll den Zuschauern Angst eingeflösst werden
Der Schnäggehüsler aus leeren Häuschen, in denen keine Schnecken mehr wohnen
Das Eierleset lässt sich kein Effinger entgehen
Unbekümmert geht der Schnäggehüsler
Unbekümmert geht der Schnäggehüsler
...Doch fällt er einmal hin..
..kann er ohne Hilfe von 'Pfaarer' und 'Polizischt' nicht aufstehen
Auf gegen Bräute kennen sie kein Mitleid
Der Kampf geht sich vermehrt zugunsten der Frühlingsfiguren aus
Gegen den Jasschärtler hat 'der Alte' keine Chance
Die Zerstörung nimmt immer grössere Massen an
Unermüdlich und ohne Ablenkung rennt der Läufer
Die Frühlingsfiguren setzen an zum letzten Akt
Der Straumuni muss sich geschlagen geben
Der Straumuni muss sich geschlagen geben
Der Frühling schubst den Winter davon
An der Effinger Dorfstrasse bleibt nur ein Bild der Verwüstung
Nach dem anstengenden Kampf gönnt sich der Staumuni ein Bier
An der Eierpredigt wird kein Blatt vors Maul genommen
Die Effinger Werner und Elisabeth Schaffner haben schon über 30 Eierleseter miterlebt
Beat Schär ist in Effingen aufgewachsen und durfte einmal den Hühnermaa spielen
Daniel Anderegg ist von Effingen nach Würenlingen gezogen, für das Eierleset kam er aber zurück in sein altes Dorf
Für Mike Suleiman ist der Jasschärtler die beste Figur
Der ehemalige Nico Holzherr ist von seinem neuen Wohnort Erlinsbach nur für das Eierleset zurück nach Effingen
Auch Lucia und Peter Heuberger vom Nachbardorf Bözen nehmen stets am Eierleset teil

Der Jässchärtler verkörpert die ewige Spielfreude der Menschen

Daniel Vizentini

Mit viel Körpereinsatz haben die Effinger am Sonntag den Winter zu vertreiben versucht. Am traditionellen Eierleset kämpften die winterlichen Dürren gegen die frühlingshaften Grünen. Bizarr anmutende Figuren spielen bei diesem Brauch mit.

Die wohl auffallendste ist der Straumuni – der wandelnde, mit Stroh vollgestopfte Jutesack, der einen Erdklotz darstellen soll. Mit ihm verkörpern der Hobelspänler (der für das dürre Holz steht), der Schnäggehüsler (der die leerstehenden Schneckenhäuser darstellt), «der Alte» und «die Alti» die Dürren.

Im Team der Grünen treten an: Der Tannäster (der immergrüne Wald), der Stechpälmer (der Strauch, den der Winter nicht besiegen kann), der Jasschärtler (er verkörpert die Spielfreude der Menschen), der Hüehnermaa und ein Hochzeitspaar. «Pfaarer» und «Polizischt» sind neutral und versuchen, beide Gruppen zu besänftigen – stets ohne Erfolg.

Effinger Turnverein steht hinter den Figuren

Hinter den seltsamen Figuren am Eierleset stehen verkleidete Junge vom Effinger Turnverein. Am Eierleset dürfen sie sich so richtig austoben, gegeneinander kämpfen, einander zu Boden werfen. Dies während ein Läufer auf der Dorfstrasse hin und her rennt, 162 Eier einzeln auflesen muss und dabei rund zwölf Kilometer zurücklegt. «Als Vorbereitung bin ich während zweier Monate fast jeden Tag joggen gegangen», sagt der diesjährige Läufer Lukas Wächter.

Die Effinger lassen sich diese Sause nicht entgehen. Unter dem Publikum waren auch ehemalige Einwohner anzutreffen und einige Zeiher, Bözer und Elfinger. Wie es die Tradition vorschreibt, mussten sie sich an der anschliessenden Eierpredigt einige Sprüche gefallen lassen.

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