Birr
Akkordeon-Ensemble Vivace: «Ohne uns gibt es keinen Frühling»

Das Akkordeon-Ensemble Vivace Freiamt hat in der voll besetzten reformierten Kirche in Birr begeistert. Die 13 Frauen und Männer am Akkordeon sowie die Gastmusiker bescherten den Gästen eine musikalische Weltreise.

Irene Hung-König
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Akkordeon-Ensemble Vivace: «Ohne uns gibt es keinen Frühling»
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Moderator Ruedi Steiner löffelt gemeinsam mit dem Ensemble das Lied im Örgelihuus. Bild IHK.
Hackbrettspieler Patrick Baer intoniert Schweizer Lieder gemeinsam mit dem Ensemble.
Das Akkordeon-Ensemble spielt in der vollbesetzten Kirche.
Das Ensemble freut sich über den Applaus.

Akkordeon-Ensemble Vivace: «Ohne uns gibt es keinen Frühling»

Irene Hung-König

Moderator Ruedi Steiner hat sich topmotiviert gezeigt: «Wir spielen hier seit 25 Jahren zum Frühlingsanfang auf. Ohne uns gibt es keinen Frühling», erklärte er. Am Sonntagabend gastierte das Akkordeon-Ensemble Vivace in Birr.

Die 13 Frauen und Männer am Akkordeon sowie die Gastmusiker Martin Meyer am Schlagzeug und Patrick Baer am Hackbrett bescherten den Gästen in der vollbesetzen reformierten Kirche eine musikalische Weltreise. Der Start erfolgte in Deutschland mit dem Stück «AIR» von Johann Sebastian Bach. Das ruhige Stück erforderte grosse Konzentration vonseiten der Musiker. Die Nervosität war hier noch hörbar, doch schon beim rassigen «Flieger-Marsch» zeigten die Frauen und Männer ihr Können fehlerfrei. Der musikalische Leiter, Heinz Kohler, der gleichzeitig spielte und dirigierte, musste nur kurze Anweisungen geben. «Die erste Nervosität war gross, doch mit dem Applaus haben sich die Ensemble-Mitglieder entspannt», bedankte sich Ruedi Steiner bei den Gästen.

Ab in die Karibik

Mit dem Harry-Belafonte-Medley wurden die Gäste in wärmere Gefilde, nämlich in die Karibik, entführt. Schön zu sehen war, mit welcher Freude das Ensemble dieses anspruchsvolle Stück mit fünf verschiedenen Melodien sowie häufigen Rhythmuswechseln spielte. Bei «La Cumparsita» wähnte man sich in einem der schummrigen Tangotanzlokale Uruguays. «La Cumparsita» ist denn auch einer der ersten erfolgreichen Tangos in Uruguay. Und «la corrida» beschrieb die Jagd der Stiere durch die engen Gassen oder Gänge vor einem Stierkampf.

Mit dem «Morricone Special» wurden die Zuhörer in die Zeit des Wilden Westens versetzt: Gespielt wurden unter anderem die Filmmelodien von «Spiel mir das Lied vom Tod» oder «Once upon a time in the west». Diese Stücke kamen ebenso an wie der «Säbeltanz» aus einem russischen Ballett.

Urchig und gemütlich wurde es beim Lied «Rund um den Säntis», welches das Akkordeon-Ensemble gemeinsam mit dem jungen Hackbrettspieler Patrick Baer intonierte. Mit seinem Solo beim «Zirkus Renz» begeisterte der Ostschweizer Student die Gäste vollends. Sie klatschten ihn heraus, um den fulminanten Schlussspurt nochmals zu hören. Vor dem Konzertende legte Moderator Ruedi Steiner sein Mikrofon zur Seite, schnappte sich Holzlöffel und setzte das Schweizerkäppi auf. Mit dem Ensemble «löffelte» er den Schottisch «im Örgelihuus». Zuvor hatte er versprochen, diesen Anlass weitere 25 Jahre zu moderieren.