Brugg

Afrika-Hilfswerk: Jetzt brauchts 80 neue Schuluniformen

Das Afrika-Hilfswerk von Rita und Antonio Gigliotti ist in den letzten Jahren massiv gewachsen. Für weitere Investitionen sind sie nun auf Spenden angewiesen.

Unermüdlich und mit grosser Leidenschaft kümmern sich Rita und Antonio Gigliotti um ihr Hilfswerk in Afrika – seit vielen Jahren bereits. «Es kommt einfach von Herzen», antworten sie mit einem strahlenden Lachen auf die Frage nach ihrer Motivation. «Wir helfen gerne.»

Und dies nicht nur aus der Ferne. In der Regel im Januar schliesst Rita Gigliotti für rund einen Monat ihre Schneiderei, die sie unter dem Namen «Atelier Rita» seit über 25 Jahren in der Brugger Altstadt führt.

Zusammen mit ihrem Mann – auch einer ihrer Söhne war schon dabei – reist sie in die Provinz Ukunda in Kenia. Dort hat die «AntoRita Academy» Brunnen sowie Schulhäuser realisiert.

Was mit einer einzigen Lehrperson sowie knapp 30 Mädchen und Buben begann, ist inzwischen zu einer stattlichen Institution mit acht Lehrpersonen, einem Hauswart sowie über 150 Kindern gewachsen.

Die Mädchen und Buben ab vier, fünf Jahren sind den ganzen Tag betreut. Ein Vorteil, weil viele Mütter auswärts arbeiten. Am Mittag erhalten die Kinder ein günstiges Essen, das eine Frau aus der Nachbarschaft zubereitet.

Auf Spenden angewiesen

Anfang dieses Jahres ist die Schulhaus-Erweiterung mit zwei, insgesamt rund 80 Quadratmeter grossen Klassenzimmern, einem überdachten Aufenthaltsbereich, einem Lager, Räumlichkeiten für den Hauswart sowie einem Sportplatz fertiggestellt worden. Im kommenden Frühjahr sind vor allem Unterhaltsarbeiten geplant.

«Da und dort ist ein neuer Anstrich nötig, fallen kleinere Reparaturen an, muss eine Tür ersetzt werden», sagt Antonio Gigliotti. «Es sind weniger umfangreiche Tätigkeiten als auch schon. Wir können es etwas ruhiger angehen lassen.»

Darüber sei er mit seinen 67 Jahren nicht unglücklich, fügt der frühere Schlosser schmunzelnd an. Ebenfalls werden Bodenmatten, Schulmaterial sowie gegen 80 neue Schuluniformen angeschafft. Denn nicht alle Eltern verfügen über die finanziellen Mittel, ihre Kinder einzukleiden, erklärt Gigliotti. «Alle Mädchen und Buben sollen eine Uniform zum Wechseln erhalten.»

Apropos finanzielle Mittel: Mit diesen werde sparsam umgegangen, betont das sympathische Ehepaar. «Mittlerweile wissen wir, wo wir gute Konditionen erhalten und wie wir vorgehen müssen.» Für den Bau der Schulhäuser hätten sie ein bewährtes, günstiges System entwickelt.

Für die Mauern, macht Antonio Gigliotti ein Beispiel, wird ein Gerüst aus Holz erstellt. Die Holzbalken kommen später gleich beim Dachstuhl zum Einsatz. Statt Fenster werden Rasengittersteine verwendet. So ist auf einfache Art und Weise für Licht und frische Luft gesorgt in den Klassenzimmern.

Wichtig sei, dass sämtliche Spenden vollumfänglich den Kindern zugutekämen, betonen Gigliottis. Aber trotz sparsamem Umgang mit den vorhandenen Mitteln: Die Schulhaus-Erweiterung hat rund 11 000 Franken gekostet.

«Wir werden von treuen, langjährigen Gönnern grosszügig unterstützt», sagen die beiden. «Für die anstehenden Arbeiten sind wir gleichwohl auf Spenden angewiesen.»

Sie wollen unbürokratisch helfen

Die Geschichte der «AntoRita Academy» begann in den Neunzigerjahren. Die gebürtigen Italiener Rita und Antonio Gigliotti weilten in den Ferien in Kenia. Bei einem Spaziergang mit einem befreundeten Missionar in der Provinz Ukunda fiel ihnen die Armut sowie der schlechte Zustand der Schule auf. Sie wollten – unbürokratisch – helfen.

1997 organisierten sie an ihrem Wohnort Fislisbach ein Quartierfest. Bei diesem kamen die ersten rund 3000 Franken zusammen. Mit dem Betrag wurde im Dorf Mvumoni südlich von Mombasa ein erster Brunnen erstellt – der übrigens heute noch sauberes Wasser liefert.

In Afrika, stellen Gigliottis fest, herrsche eine andere Mentalität als bei uns und es gebe immer wieder zahlreiche Hürden, die zu überspringen seien: die Suche nach günstigem Baumaterial, das Einhalten von Termin- und Kostenrahmen. «Manchmal müssen wir richtig streng sein», sagt Antonio Gigliotti. «Inzwischen haben wir uns Respekt erarbeitet und geniessen einen ausgezeichneten Ruf. Die Leute wissen, dass wir seriös und grosszügig sind. Sie arbeiten gerne mit uns zusammen.»

Ihre Projekte in Afrika seien wie ihre Kinder. «Sie werden gross und irgendeinmal auch selbstständig. Aber es bleiben immer die eigenen Kinder», fährt das Ehepaar fort. Für die Mädchen und Buben in Afrika sei es übrigens stets ein Fest, wenn sie zu Besuch kämen. «Wir bringen ja auch», ergänzen sie lachend, «immer das eine oder andere Geschenk mit.»

Spenden sind willkommen Kenye, Antonio Gigliotti, Gassäckerstrasse 21, 5442 Fislisbach; Konto 50-69-8 (Hypothekarbank Lenzburg, 5600 Lenzburg); IBAN CH45 0830 7000 0788 9003 9; Auskünfte bei Rita Gigliotti, Atelier Rita, Hauptstr. 35, 5200 Brugg, Telefon 056 442 16 29.

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