Birrfeld
Aero-Club greift tief in Tasche – für neue Werkstatt und Hangars

Die Infrastruktur vom Flugplatz Birrfeld ist in die Jahre gekommen. Doch das soll sich ändern: Der Flugplatz will nun mit einer modernen Werkstatt abheben – geplant ist Neubau samt Hangars. Der Baukredit beläuft sich auf fast 3 Millionen Franken.

Michael Hunziker
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Die 46-jährige Werkstatt genügt den Anforderungen nicht mehr.

Die 46-jährige Werkstatt genügt den Anforderungen nicht mehr.

Michael Hunziker

Er ist ein bedeutendes Flugsport- und Ausbildungszentrum, ein beliebter Treffpunkt für Piloten genauso wie für Besucher: Auf dem Flugplatz Birrfeld haben rund 230 Motor- und Segelflugzeuge verschiedener Jahrgänge ihre Basis. In der Werkstatt ausgeführt werden sowohl Wartungs-, Service- und Reparaturarbeiten als auch Modifikationen oder Instandsetzungen. Qualität und Genauigkeit haben Priorität.

Die Infrastruktur aber befindet sich nicht mehr auf dem neusten Stand. Das soll sich ändern, für die Spezialisten sollen wieder bestmögliche Bedingungen geschaffen werden. Geplant sind ein Werkstatt-Neubau samt zusätzlichen Hangars. Das Ziel ist klar: In Zukunft kann auf einer Fläche von rund 550 Quadratmetern an vier Flugzeugen gleichzeitig gearbeitet werden – um die anfallenden Aufträge speditiv zu erledigen.

Es besteht Handlungsbedarf

Im heutigen, rund 46 Jahre alten Gebäude reicht der Platz für zwei, höchstens drei Flugzeuge. Das Rangieren braucht Zeit und es besteht die Gefahr von Beschädigungen. Überdies können gewisse Motorsegler mit grösseren Spannweiten nicht gewartet werden, weil die maximale Türöffnungsbreite lediglich 15 Meter beträgt. Nicht zuletzt werden einige Werkstattflächen – wie der frühere Polier- oder Farbraum – nicht mehr adäquat genutzt.

Andere Räumlichkeiten dagegen fehlen: Lager, Garderoben oder Büros. «Es ist Handlungsbedarf vorhanden», sagt Hans Peter Studiger, Vorstandsmitglied im Aero-Club Aargau. «Das Gebäude wurde für die damalige Nutzung geplant und gebaut.» Der Unterhalt, fährt er fort, sei auf das Nötigste beschränkt worden. Das Pultdach ist mittlerweile undicht.

Die Aero-Club-Generalversammlung hat deshalb im März 2014 einen Projektierungskredit von 150 000 Franken genehmigt, um verschiedene Varianten zu prüfen und auf ihre Wirtschaftlichkeit und Finanzierung abzuklären. Die umfangreichen Vorarbeiten haben laut Studiger ergeben, dass ein Umbau nicht sinnvoll ist. Ein Problem stellt die Tragkonstruktion dar: Die Werkstatt verfügt im Innern über drei massive Dach-Betonstützen. Diese verunmöglichen eine flexible Nutzung des Gebäudes.

Ausserdem, fährt Studiger fort, würde ein Umbau eine komplette wärmetechnische Sanierung von Fassaden und Dach nach sich ziehen, damit die heute geltenden Vorgaben wieder erfüllt werden. Anders ausgedrückt: «Weil durch einen teuren Umbau die wesentlichen Nachteile bestehen bleiben, hat der Vorstand beschlossen, einen Ersatzbau ins Auge zu fassen. Ein Abbruch der bestehenden Werkstatt und ein Neubau ist am effizientesten.» Um das Baufeld optimal ausnutzen zu können, sind westlich und östlich der neuen Werkstatt zwei weitere Hangars vorgesehen.

Bauarbeiten im Sommer 2017

Derzeit findet das ordentliche Plangenehmigungsverfahren statt. Bis 8. Dezember liegen die Gesuchsunterlagen auf der Gemeindeverwaltung Lupfig auf. Verläuft alles reibungslos, kann die Aero-Club-Generalvesammlung im April 2016 über den Baukredit von insgesamt 2,9 Mio. Franken entscheiden. Im Mai 2016 sollen die Bewilligungen vorliegen. Studiger weist darauf hin, dass es sich um ein aufwendiges Verfahren handelt, in das verschiedene Stellen auf Kantons- und Bundesebene involviert sind. «Es kann mehrere Monate dauern, bis alles unter Dach und Fach ist», weiss er.

Klappt alles wie geplant, können die Bauarbeiten im April 2017 an die Hand genommen werden. Bezugsbereit wären die Räumlichkeiten im Oktober des gleichen Jahres. Ausgeführt werden müssen die Tätigkeiten während der wärmeren Jahreszeit, weil in der Bauphase ein Provisorium für die Werkstatt im nicht geheizten Hangar 4 eingerichtet werden muss, gibt Studiger zu bedenken. So oder so seien die Arbeiten eine Herausforderung. Der Flugbetrieb dürfe nicht gestört werden und der Zugang zur Baustelle müsse gewährleistet sein.

Der Neubau sei für den Aero-Club auch finanziell nicht zu unterschätzen, handle es sich doch um eine beträchtliche Summe, ergänzt Studiger. Aber: «Das Vorhaben ist wirtschaftlich tragbar.» Geplant ist, fast die Hälfte der neuen Hangarflächen gewinnbringend zu vermieten. Mietinteressenten liegen laut Studiger vor. In einem Bereich werden auch zeitgemässe Räumlichkeiten für den TCS-Helikopter samt Bereitschaftsräumen eingerichtet.

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