Mülligen

Ärger über Entschädigung für Kiesabbau: «Das Angebot ist völlig inakzeptabel»

Der Mülliger Gemeinderat und die Holcim AG müssen sich über die Höhe der Entschädigung für den Kiesabbau noch einigen. (Archivbild)

Die Verhandlungen über die Entschädigung für den Kiesabbau laufen. Die IG Mülligen-Birrfeld sucht das Gespräch mit dem Gemeinderat, denn: «Gemeinsam sind wir stärker.»

Noch haben sich der Gemeinderat Mülligen und die Holcim Kies und Beton AG nicht einigen können über eine angemessene Entschädigung für den geplanten Kiesabbau im Gebiet «Lindenacher Ost». Über die notwendige Teiländerung der Nutzungsplanung wurde deshalb nicht entschieden an der Gemeindeversammlung letzte Woche. Der Gemeinderat der 1100-Einwohner-Gemeinde hat das Geschäft von der Traktandenliste gestrichen.

Keine Stimmungsmache

Die IG Mülligen-Birrfeld, die im Vorfeld grosse Bedenken geäussert hat über die Pläne der Holcim, begrüsst das Vorgehen des Gemeinderats. Im aktuellen digitalen Informationsschreiben «Blickpunkt» äussert sich die Gruppierung erfreut über den Entscheid und bedankt sich bei all denjenigen, «die uns schriftlich und mündlich ihre Unterstützung zugesagt und uns jeweils aufgemuntert und bestärkt haben, uns weiterhin für die Interessen von Mülligen zu engagieren».

Denn: «Wir verstehen uns als Vertreter von mehr als 100 Mülligerinnen und Mülligern und deren berechtigten Anliegen betreffend Kiesabbau.» Die IG Mülligen-Birrfeld betont, dass nicht Stimmungsmache gegen das Kieswerk betrieben werden soll. «Viele Jahre gab es eine optimale Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem damaligen Kieswerk Hauser. Man hat sich gegenseitig unterstützt.»

Aus diesem Grund ist die IG Mülligen-Birrfeld «schon etwas erstaunt», dass Holcim der Gemeinde vorschlage, von jetzt 40 Rappen pro Kubikmeter auf 28 Rappen pro Kubikmeter Entschädigung zu reduzieren. «Holcim ist sich sehr wohl bewusst, dass ihr sogenanntes ‹Angebot› absolut nicht den üblichen Gepflogenheiten entspricht.»

Entschädigung ist Streitpunkt

Anders gesagt: Das Angebot von Holcim sei sowohl für den Gemeinderat als auch die IG Mülligen-Birrfeld völlig inakzeptabel. «Deshalb möchten wir mit der Gemeinde in Kontakt treten, um gewisse Gemeinsamkeiten zu finden.»

Zur Erinnerung: Die Holcim hat die Absicht, ihr Kiesabbaugebiet zu erweitern im Gebiet «Lindenacher Ost». Streitpunkt ist die Inkonvenienzvereinbarung. Mit dieser wird geregelt, wie die Gemeinde entschädigt wird für die Unannehmlichkeiten, die entstehen: Staub, Lärm und Verkehr oder Beeinträchtigungen der Landschaft. Der Gemeinderat Mülligen will das Geschäft den Stimmberechtigten vorlegen, sobald eine Einigung erzielt werden kann. Auch an der Gemeindeversammlung in Lupfig wurde das Geschäft gestern Abend nicht behandelt.

Die IG Mülligen Birrfeld macht sich Sorgen um das Grundwasser und die Landwirtschaft, befürchtet grosse Nachteile für die Bevölkerung.

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