Bözen
Action und Klischees: Bözerinnen überfallen die Raiffeisenbank Zeihen

Auf der Theaterbühne Bözen startete man mit einer rasanten Komödie «Heisse Bräute machen Beite» ins neue Jahr. Ein Bankraub auf Raiffeisenbank Zeihen sorgte Action und Verwirrung. Im Dreiakter von Rolf Salomon kamen viele Frauen-Klischees zu Zug.

Karin Pfister
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Luigi Bettoni kurz vor seiner Verhaftung
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Erwin und die drei Bankräuberinnen
Gabi und Vivienne
Die drei Bankräuberinnen
Die Theaterbühne Bözen startet mit «Heisse Bräute machen Beite» ins neue Jahr.
Der Kommissar, Erwin und Frau Breitenmoser

Luigi Bettoni kurz vor seiner Verhaftung

AZ

Die bis jetzt brave Haus- und Ehefrau Vivienne Keller (Alexandra Berner) hat zusammen mit ihren zwei Freundinnen Linda (Tamara Killer) und Gabi (Jessica Mediavilla) die Raiffeisenbank in Zeihen überfallen und zwei Millionen Franken erbeutet.

Während Vivienne das Geld aus Liebe zu ihrem Erwin (Peter Amsler) – sein Geschäft läuft schlecht – gestohlen hat, wollen Linda und Gabi ihren Anteil vor allem in teure Autos und Kosmetika investieren.

Geringes Interesse an Aufklärung

Der Bankraub kann wohl unter dem Motto «mehr Glück als Verstand» abgebucht werden. Das Fluchtauto hat schon nach 500 Metern eine Panne, ausserdem hat man Linda in der Bank vergessen.

Und die drei lassen am Tatort einen Schweissbrenner mit der Adresse von Erwins Firma liegen. Es dauert darum nicht lange bis Kommissar Stefan Balsiger (Sven Kistler) bei Kellers zu Hause auftaucht.

Sein Interesse an der Aufklärung des Falles flaut ziemlich schnell ab, als er die hübsche Gabi erblickt. Und auch sie ist seinen Avancen nicht abgeneigt.

Für Action sorgen auch die neugierige Nachbarin Maria Breitenmoser (Vreni Liebhardt) und Luigi Bettoni (Stefan Rüthi). Er hat die Frauen beim Bankraub beobachtet und verlangt nun einen Anteil der Beute.

Frauen im Vordergrund

«Heisse Bräute machen Beute» heisst der Dreiakter von Rolf Salomon. Für die Regie ist Sabrina Basler verantwortlich. Auf der Bühne standen diesmal vor allem die Frauen im Vordergrund. Das attraktive Bankräuberinnen-Trio liess dem Publikum kaum eine Pause und bediente fast alle Frauen-Klischees.

Es wurde viel gekreischt, geschnattert und gestritten; dazu kamen Schreianfälle wegen abgerissener Nägel und mangelnde Frauensolidarität sobald ein attraktiver Mann auftauchte.

Im Publikum wurde herzlich gelacht. Besonders gekonnt war die Leistung von Alexandra Berner als Vivienne, die zunehmend die Nerven verlor und Tamara Killer als Linda/Olga, deren polnischer Akzent für viel Heiterkeit sorgte.

Theater-Routinier Vreni Liebhardt spielte die neugierige Nachbarin Maria Breitenmoser facettenreich und mit Tiefgang. Mit «Heisse Bräute machen Beute» ist dem Theater Bözen ein guter Start ist neue Jahr gelungen.

Weitere Aufführungen 4. und 11. Januar, 20 Uhr, Turnhalle Bözen.