Windisch
Acht Legionäre wollen die Alpen überqueren

Die «1. Roemercohorte Opladen e.V.» plant einen Marsch von Chiavenna nach Vindonissa. Acht römische Legionäre in originalgetreuer Ausrüstung werden am dreiwöchigen Fussmarsch von Oberitalien über die Alpen nach Windisch im Sommer teilnehmen.

Edgar Zimmermann
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Die Legio XI Claudia Pia Fidelis
16 Bilder
Amphitheater Windisch
Modell des Legionärslagers im Vindonissa Museum
Legionär sein macht durstig
Schreibtäfelchen eines Römers
Mädchen bewundert Legionär
Vindonissa_Legionärspfad
Ankunftsort Vindonissa
Kampf am Römertag
Legionärspfad_Der Segutor
Schuhwerk eines Gladiators
Römisches Schreibtäfelchen
Vindonissa Museum_Lapidarium
Vindonissa Museum_Wandwasserbecken
Legionärspfad_Fabrica
Vindonissa

Die Legio XI Claudia Pia Fidelis

Zu den bekanntesten Römergruppen in Europa gehört die «I. Roemercohorte Opladen e.V.» aus Deutschland (Opladen ist heute ein Stadtteil von Leverkusen). Ihre Auftritte an Römertagen im In- und Ausland zählen jeweils zu den Höhepunkten dieser Anlässe.

In Windisch war sie bereits einmal zu Gast: 1995 schaltete sie einen Zwischenhalt ein beim Marsch von Chur nach Augst. Ihre Zelte hatte sie für eine Nacht neben dem Amphitheater aufgeschlagen, und sie wurde hier auch gebührend empfangen.

Dieses Jahr nun startet ein Teil die-ser Kohorte – eine Kohorte war zur Römerzeit eine Untereinheit einer Legion – ihr bisher grösstes Projekt, und diesmal soll Vindonissa nicht Zwischenhalt, sondern Ziel sein: Der dreiwöchige Fussmarsch führt im Sommer von Chiavenna in Oberitalien über die Alpen nach Windisch. Gestartet wird am 14./15.Juli, die Ankunft in Windisch ist am 3.August geplant. Teilnehmen werden acht Legionäre in originalgetreuer Ausrüstung.

Route ist noch nicht definitiv

Wie Michael Striewe von der Römerkohorte ausführte, ist noch offen, welche Pässe überquert und wo die Etappenhalte eingeschaltet werden. «Dies wird unter Umständen erst aufgrund der Wetterlage und des Befindens der Marschierer unterwegs entschieden. Bei sehr schlechten Bedingungen ist es nicht ausgeschlossen, dass wir Windisch nicht erreichen, sondern früher aussteigen müssen. Aber es wäre natürlich schön, wenn wir im Amphitheater Vindonissa den Schlusspunkt setzen könnten, dies streben wir auch an. Allerdings sollte man dort noch keine Zeremonie planen, weil wir auf verschiedene Umstände Rücksicht nehmen und Überforderungen vermeiden müssen.» Die Legionäre werden auch den Proviant selber mitführen, selber legionärsgerecht kochen und in Lederzelten übernachten, die – gestützt auf Originalfunde – von Hand genäht worden waren.

Marschieren schweisst zusammen

Was reizt die Teilnehmer, drei Wochen Ferien für einen solchen Marsch zu opfern und diese Strapazen in Kauf zu nehmen? Striewe: «Einerseits sammeln die Männer, von denen die meisten am Marsch von 1995 nicht dabei waren, eigene Erfahrungen bezüglich der Bedingungen, mit denen die Legionäre vor 2000 Jahren fertig werden mussten. Anderseits werden immer wieder Erkenntnisse aus archäologischen Experimenten gewonnen, die auch für weitere Kreise und für die Geschichte und Wissenschaft von Interesse sein können.» Zudem schweisst das gemeinsame Marscherlebnis die Truppe zusammen und fördert die Freude am geschichtlichen Hobby. Das Training für den Kraftakt zu Fuss ist schon 2011 aufgenommen worden.