Mönthal
«Ach Rösli, lass Dich küssen» – unechte Tante sorgt für Verwirrung

Bei der Theaterkomödie «Charlys Tante» hatten die Darsteller die Lacher auf ihrer Seite.

Louis Probst
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«Ach Rösli, lass Dich küssen»
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Theater Mönthal Tantchen gönnt sich eine Nassrasur
Theater Mönthal Göpfi Sonja Roberto Vogel und ein aufgeregter Charly
Theater Mönthal die falsche Tante lässt sich hofieren
Theater Mönthal Traumpaar Roberto und die falsche Tante
Theater Mönthal Maja ihr verwandelter Verehrer und Charly
Theater Mönthal Roberto Vogel rechts wirft ein scharfes Auge auf die falsche Tante

«Ach Rösli, lass Dich küssen»

Theater Mönthal

«Ich bin doch kein Transvestit», protestiert Gottfried Knorr, genannt Göpfi (Patrik Wehrli), gegen das Ansinnen seines Freundes Charly Peterhans (Markus Baumgartner), will ihn dieser doch überreden, in die Rolle – und die Gewänder – seiner Tante Rösli zu schlüpfen. Dies hat einen Grund: Charly möchte mit seiner liebreizenden Freundin Sonja (Barbara Widmer) auf Tantchens prächtigem Anwesen mit Sicht auf den Lago Maggiore einige ungestörte Stündchen – oder lieber Tage – verbringen.

Doch jetzt taucht, angekündigt von der temperamentvollen Putzfrau Signora Fumagalli (Brigitte Läuchli) – die bald Nonna eines Buben mit den Namen Michelangelo Dante Giancarlo Croci-Torti werden wird –, der von Sonjas Eltern als Ersatz-Anstands-Wau-Wau delegierte Onkel Roberto auf. Denn Tantchen ist auf Kreuzfahrt. Eine Tante muss also her. Subito.

Alles stimmt

Mit dem Schwank «Charlys Tante» in der Dialektbearbeitung von Hans Gmür haben sich die Mönthaler Theaterleute um Regisseur Jürg Birrfelder ein Stück ausgesucht, das von Verwechslungen und prächtigen Dialogen lebt und das allen Mitwirkenden Gelegenheit gibt, sämtliche Register zu ziehen.

Dass dabei ausgerechnet ein imposantes Mannsbild zur walkürenhaften Tante wird, sorgt für zusätzlichen Spass. An der Premiere jedenfalls hat alles gestimmt. Das gilt auch für das mit viel Liebe gestaltete Bühnenbild, bei dem sogar moderne Technik zum Einsatz kommt. Nämlich dann, wenn sich am Bühnenhimmel plötzlich ein «richtiges» Flugzeug bewegt. Dem Publikum hats jedenfalls Spass gemacht. So viel sei vorweggenommen.

Auf der Bühne nimmt das Schicksal seinen Lauf. Wie im richtigen Leben wird natürlich alles noch viel komplizierter, als es ohnehin schon ist. Göpfi schlüpft in die Rolle der Tante. «Sieht aus wie Marylin Monroe, hat aber einen Gang wie der Glöckner von Notre Dame», meint zwar Sonja. Doch Onkel Roberto Vogel (Vinzenz Eggermann) – sein Schnauz ist übrigens echt – verknallt sich in die falsche Tante und stöhnt schon bald: «Ach Rösli, lass Dich küssen.»

Sonjas Freundin Maja Fröhlich (Silvana Wyssmann) tritt auf den Plan, mit einem gewissen Kurt Vögeli (Lukas Merkli) im Schlepptau, einem «netten, lieben Langweiler», wie sie meint. Schlimm für den armen Göpfi, der Maja gern näherkommen möchte, sich jetzt aber mit einem bösen Verdacht konfrontiert sieht. «Ich die Tunte, pardon Tante?», meint er konsterniert. Dann kehrt auch noch das wahre Rösli Wiederkehr (Helena Brändli), die echte Tante, wieder heim.

Sie hat die Kreuzfahrt abgebrochen, weil ihr der Seegang zu rau war und ihr das Kompliment des Kapitäns «Sie sehen aus wie Zsa Zsa Gabor» womöglich in den falschen Hals geraten ist. Ob das alles gut ausgehen kann?

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