Brugg/Schinznach-Bad

Abwasserreinigung: Eine 3,5 Kilometer lange Leitung wird verlegt

Die Gemeindevertreter waren für den offiziellen Spatenstich vor Ort.

Die Gemeindevertreter waren für den offiziellen Spatenstich vor Ort.

Da die Abwasserreinigungsanlage von Schinznach-Bad ihre Gebrauchsdauer erreicht hat, ist ihr Abbruch und die Renaturierung des Areals geplant. Die ARA Brugg/Umiken wird im Zuge des in die Wege geleiteten Anschlusses saniert. Es wird bereits gebaut.

Im Bereich der ARA Schinznach-Bad, welche sich beim Aarewehr Villnachern befindet, sind seit Kurzem Bauarbeiten im Gange. Unter der N3-Autobahnbrücke weist eine Grube mit Spundwänden auf das Pumpwerk hin, das hier entsteht. Und auf der Villnacherer Seite der Aare treibt eine Maschine ein Gestänge im Bohrspülverfahren unter den beiden Armen des Flusses hindurch. Ziel ist der künftige Schnittpunkt zwischen dem bestehenden Schinznacher Abwasserstrang und der neu zu verlegenden, 3,5 Kilometer langen Kunststoff-Druckleitung nach Umiken. Auf freiem Feld wird diese grösstenteils mittels Pflugverfahren rund 1,5 Meter tief in die Erde verlegt, möglichst entlang der Verkehrswege.

Anschluss von Villnachern ist wahrscheinlich

Die Linienführung verläuft durch das Areal der 1999 für rund 1,9 Mio. Franken sanierten ARA Villnachern, welche voraussichtlich in 10 bis 15 Jahren ausgedient haben wird. Für diesen Zeitpunkt ist der Anschluss von Villnachern als dritte Vertragspartei mit Einkauf in die gemeinsame Abwasserreinigung in der ARA Brugg/Umiken wahrscheinlich. Für Projektierung und Bauleitung ist das Brugger Ingenieurbüro Balz & Partner beauftragt, für die Ausführung die Schenk AG in Heldswil TG.

Wasserreinigung wird verbessert

Damit das zusätzlich von Schinznach-Bad und später von Villnachern anfallende Abwasser in der ARA Umiken – diese bleibt weiterhin im Besitz der Stadt – gereinigt werden kann, muss diese verbessert werden. Dies geschieht mittels der bewährten Wirbelbett-Technologie. Dabei schwimmen die reinigenden Mikroorganismen nicht frei in den Klärbecken, sondern werden auf Kunststoffchips angesiedelt werden. So lässt sich die biologische Reinigungsleistung ohne Ausbau verdoppeln. Hingegen sind die Erneuerung der Maschinen-, Elektro- und Steuertechnik und die Sanierung der Bauinfrastruktur erforderlich.

Die im Herbst 2012 genehmigten Kredite betragen 5,1 Millionen Franken. Der Anteil von Brugg beträgt 39 Prozent oder 2 Mio. Franken, jener von Schinznach-Bad 61 Prozent oder 3,1 Mio. Franken. Der prozentuale Verteilschlüssel gilt bis auf Weiteres auch für die Betriebskosten, welche sich dank der künftigen Zusammenarbeit markant senken lassen. Veränderungen beim jährlichen Aufwand könnten die absehbare Einbindung von Villnachern und der eventuelle spätere Anschluss der ARA Brugg/Umiken an die ARA Brugg-Birrfeld bringen.

Abwasserreinigung hat grosse Bedeutung

Am Spatenstich beim Ausgangspunkt der neuen Leitung nahmen Andrea Metzler (Frau Vizeammann Brugg), Oliver Gerlinger (Gemeindeammann Schinznach-Bad ) und René Fiechter (Vizeammann Schinznach-Bad) sowie Beat Buchli (Vizeammann Villnachern) und Donat Gubler (Gemeinderat Villnachern) teil. Hinzu kamen Vertreter von Baubehörden, Landeigentümern und die Projektleitung. Mit der Bemerkung «Schinznach-Bad investiert in dieses Projekt in etwa den gesamten Steuerertrag eines Jahres» unterstrich Oliver Gerlinger die Bedeutung der Abwasserreinigung für seine Gemeinde.

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