Villnachern
Abschlusskonzert der Mittwochsmusig sorgt für Südseefeeling bei 10 Grad

Die Zuschauer sind in Decken eingewickelt und trinken heissen Kaffee - vom Wetter her war der letzte Abend sicher kein Highlight. Doch Stonee and Friends heizten die Temperatur mit ihrer Funk-Musik von 10 auf gefühlte 30 Grad.

Erina Allmendinger
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Zum Abschluss stand Roberto Caruso, Organisator von Mittwochsmusig, gleich selber auf der Bühne und spielte Gitarre. Rotgelbe Lichterketten und gebastelte Papageien gaben einem das Gefühl, irgendwo in der Südsee zu sitzen.

Ungeahnter Erfolg

Bereits zum zweiten Mal organisierte Caruso mit seiner Crew in der Badi Villnachern neun Livekonzerte. «Es lief eigentlich perfekt», sagt Caruso rückblickend auf die diesjährige Saison. Die Veranstaltungsreihe sei zu einem guten Mix aus Menschen treffen, quatschen und Musik hören geworden. Für ihn war jeder Mittwoch ein Highlight.
Mit dem Ergebnis ist Caruso sehr zufrieden. Es sei genau so geworden, wie er es sich vorgestellt habe. «Die Stimmung war super, im Publikum wie auch bei den Bands.» Beim Konzert am 1. August hätten sich Sängerin Sandra Rippstein und ihre Band sogar eine Abkühlung im Schwimmbecken gegönnt.

Die Idee, Mittwochsmusig zu veranstalten, entstand im Frühling 2011. In nur zwei Wochen war ein Programm auf die Beine gestellt. Die Konzertreihe startete als gemütlicher Treff mit ein paar Musikboxen und jeweils etwa hundert Besuchern. Doch schon nach drei Konzerten wurde die Veranstaltungsreihe zu einem beliebten Anlass.

Durchschnittlich kamen jeweils gut 200 Besucher pro Konzert, teilweise sogar 300. Das Publikum bilden vorwiegend Stammgäste. Die meisten stammen aus der Region. Für einzelne Konzertabende seien sogar Besucher aus Deutschland angereist, so Caruso.

Die hohe Nachfrage übertraf alle Erwartungen. Die Anzahl Parkplätze sowie die Musikanlage mussten wegen der vielen Besucher ausgebaut werden. «Die Obergrenze ist nun erreicht», sagt Caruso zum wachsenden Erfolg. «Wir wollen kein Open Air veranstalten. Es soll weiterhin Beizenmusik sein.» Ein weiterer Ausbau der Anlage würde zu einem neuen Schub führen und die familiäre Atmosphäre ginge verloren, sagt er.

Dabei würde zerstört, was die Mittwochsmusig ausmacht. Schon beim Eingang sticht einem das Schild «Stressfreie Zone» ins Auge. Zur lockeren Atmosphäre trägt sicher bei, dass Caruso auf Eingangskontrolle und Eintrittsgeld verzichtet, was bei so vielen Besuchern doch etwas Aussergewöhnliches ist.

Mittwochsmusig geht 2013 weiter

Finanziert wird Mittwochsmusig durch Sponsoren und Kollekte. Caruso betont, dass der Begriff Kollekte nicht gleich Gratiskonzert ist. Die Einnahmen fallen oft spärlich aus. «Dabei möchten wir keine Altmetallsammlung, sondern eine Papiersammlung», scherzt er, der selber Musiker ist und lieber Banknoten als Münzen im Kollektentopf sähe.
Er sei immer daran interessiert, den Bands eine Mindestgage zu ermöglichen. Ohne Sponsoren sei dies in diesem Rahmen nicht möglich. Von der Gemeinde erhalten Caruso und sein Team keine finanzielle Unterstützung, aber die Badi zur Verfügung gestellt.

Der grosse Erfolg von Mittwochsmusig hat Caruso dazu inspiriert, eine neue Kulturveranstaltungsreihe zu organisieren, die ab Januar 2013 ihren Anfang nehmen und ebenfalls am Mittwoch stattfinden wird.

Kein Geheimtipp mehr

Die Veranstaltungsreihe Mittwochsmusig wird seit dem Anfang 2011 von Roberto Caruso organisiert. Jeden zweiten Mittwoch ab 20 Uhr finden in der Strandbar Villnachern von Mai bis September Livekonzerte statt. Im Schnitt kommen rund 200 Besucher. Der Eintritt ist frei und es findet bei jeder Witterung statt. Die Planung des Programms für die Mittwochsmusig 2013 ist bereits in vollem Gange.