Brugg
Abriss des Laubsägelihuuses: Jetzt lässt Kirchenpflege Sanierung nochmals prüfen

Die Kirchgemeinde Brugg hat den Kreditantrag für den Laubsägelihuus-Abriss von der Traktandenliste streichen lassen. Nun soll eine Analyse aufzeigen, ob die schützenswerte, über 120-jährige Liegenschaft doch noch saniert werden kann.

Claudia Meier
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Das Laubsägelihuus an der Stapferstrasse 15 ist über 120 Jahre alt.

Das Laubsägelihuus an der Stapferstrasse 15 ist über 120 Jahre alt.

Samuel Frey

Die Kirchenpflege der katholischen Kirchgemeinde Brugg hatte die Rechnung ohne die kantonale Denkmalpflege gemacht: Weil das Laubsägelihuus an der Stapferstrasse 15 in Brugg auf einer Liste der Denkmalpflege mit schützenswerten Bauten aufgeführt ist, beantragte die Kirchenpflege bei den Stimmberechtigten, den Kreditantrag in der Höhe von 71’100 Franken für den Abriss von der Traktandenliste zu streichen (die az berichtete).

Dieses Begehren hiessen die 66 anwesenden Stimmberechtigten (von insgesamt 10 570) am Dienstagabend an der Kirchgemeindeversammlung im Pfarreizentrum Brugg ohne Diskussion gut. Der Präsident der Kirchenpflege, Jürg Meier, betonte, dass die Stadt Brugg zuerst die Bau- und Nutzungsordnung überarbeiten müsse, bevor klar sei, welche der über 30 schützenswerten Bauten auf der Liste unter Denkmalschutz gestellt werden. Diese Anpassungen würden in den nächsten Jahren vorgenommen, so Meier weiter.

Mit anderen Worten: Solange kann die Kirchenpflege beim Laubsägelihuus nicht mehr warten. Bis 2015 müsste das über 120-jährige Haus energetisch saniert werden – so will es eine kantonale Regelung. «Wir haben keine pfannenfertige Ersatzlösung und lassen nun zuerst eine Situationsanalyse erstellen. Möglicherweise kommen wir dann mit einem neuen Antrag», sagte Meier zum weiteren Vorgehen.

Ein Stimmbürger appellierte an die Kirchenpflege, das Projekt gut zu überdenken. Das Argument, das Laubsägelihuus passe vom Baustil her nicht zur katholischen Kirche greife aus seiner Sicht etwas kurz. Schliesslich habe sich der Kirchen-Architekt damals auch etwas überlegt.

Buch gehört ins Internet

Am meisten zu diskutieren gab ein geplantes Buch über die Geschichte der Kirchgemeinde Brugg-Windisch. Einige Anwesende fanden den beantragten Kredit in der Höhe von 181’000 Franken als überrissen. Zudem wurde die Nachfrage bezweifelt. «Ein solches Buch ist nicht in einem Jahr geschrieben», sagte der Projektleiter und Vizepräsident der Kirchenpflege, Hans Schilling. Man habe sich bewusst entschlossen, keine Teilkredite zu beantragen, sondern die Gesamtsumme.

Stimmbürger René Hänggi unterstützte das Konzept inhaltlich, forderte aber, dass Buch unbedingt im Internet frei zugänglich zu machen und aktiv zu bewerben. «Wenn man diese grosse Arbeit für die Zukunft macht, sollte das Werk nicht in der Form der Vergangenheit – also nur in gedruckter Form – publiziert werden. Wir müssen diese Quelle über das Internet frei zugänglich machen. Aus diesem Werk werden Interessierte meist nur einzelne Sequenzen lesen», so Hänggi.

Der Änderungsantrag, den Kredit um 30’000 Franken zu erhöhen, wurde mit 34 Stimmen, was dem absoluten Mehr entsprach, haarscharf angenommen. Der Gesamtkredit von neu 211’000 Franken wurde mit 43 Ja- zu 12-Nein-Stimmen gutgeheissen.

Zwei neue Mitglieder gesucht

Weiter genehmigten die Stimmbürger die Jahresrechnung 2013 mit einem Defizit von Fr. 31’274.43. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 413 160 Franken. Ebenfalls gutgeheissen wurden der Kreditantrag in der Höhe von 9100 Franken für die Instandhaltung der Liegenschaft am Gladiatorenweg 10 in Windisch, die Aufhebung der Kirchgemeindeordnung sowie ein weiterer Kreditantrag über 52 100 Franken für die Ablösung der bestehenden Software für die Adressverwaltung.

Für die Gesamterneuerungswahl der Kirchenpflege Ende Jahr werden zwei Mitglieder gesucht. Die Namen der beiden Zurücktretenden wollte Präsident Meier noch nicht verraten.