Effingen
Abnehmende Bevölkerung: Es fehlt günstiger Wohnraum für die Jungen

Post, Dorfladen, Restaurants und Bar sind in Effingen seit einiger Zeit aus dem Dorfbild verschwunden. Die Gemeinde ist auch mit einem Bevölkerungsrückgang konfrontiert. Nun soll die Nutzungsplanung angepasst werden. Revisionsideen sind gefordert.

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Effingen von oben.

Effingen von oben.

Claudia Meier

Geblieben sind Turnhalle, Schulhaus und Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde am Fuss des Bözbergs sieht sich seit der Jahrtausendwende mit einem leichten Bevölkerungsrückgang konfrontiert:

Im Jahr 2000 lebten 632 Personen in Effingen, 2013 waren es nur noch 590. Grund für den Rückgang sei der Wegzug erwachsener Kinder mangels günstigem Wohnraum in Mehrfamilienhäusern, heisst es im Planungsbericht zur Gesamtrevision Nutzungsplanung – Siedlung und Kulturland – der Gemeinde Effingen.

Für die Bevölkerung und für die Planung der Infrastruktur ist also entscheidend, wie sich die Gemeinde in den kommenden Jahren entwickeln wird. Aktuell wird deshalb die aus dem Jahr 1993 stammende Bau- und Nutzungsordnung (BNO) überarbeitet. Bericht, Pläne und Erläuterungen liegen bis zum 7. April im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens auf (siehe separater Text).

Dorfkernzone soll kleiner werden

Die Gemeinde Effingen verfügt heute über Baulandreserven von insgesamt 2,7 Hektaren. Diese setzen sich aus vereinzelten Parzellen in den Wohn- und Mischzonen zusammen. Eine grössere zusammenhängende unbebaute Fläche existiert gemäss Bericht nicht.

Soll das Wachstum von etwa 70 zusätzlichen Einwohnern bis 2025 – davon geht die kantonale Bevölkerungsprognose aus – erreicht werden, bedarf es als Grundlage einer Anpassung der Nutzungsplanung.

Die wichtigsten Änderungen für Effingen seien die innere Verdichtung mit Aufzonungen (von der Einfamilienhauszone E2 zur Wohnzone W3) sowie die Aufhebung der Dorfkernzone südlich des Effingerbachs mit der Umzonung in eine Wohn- und Gewerbezone 3 (WG3), sagt Gregor Schweri von der Bauverwaltung in Zeihen, die auch für die Gemeinde Effingen zuständig ist. Mit liberaleren Bauvorschriften in der Zone WG3 sollten getreu dem Leitbild Akzente für die Belebung des Dorfzentrums gesetzt werden.

Neue Baulandreserve neben Schule

Von der BNO-Revision seien alle Zonen betroffen, betont Schweri. Im Bereich der öffentlichen Bauten und Anlagen sind folgende Änderungen vorgesehen: Durch die Umzonung (grundstückinterner Abtausch) soll das Schulheim Effingen Richtung Westen erweitert werden können. Beim Schulhaus eignet sich ein Stück Land für den Bau von Ein- und Doppeleinfamilienhäusern. Der Gemeinderat schlägt hier eine Umzonung zur Realisierung von weiteren Baulandreserven vor.

Bevölkerung hat viele Fragen

«Jetzt ist der Zeitpunkt ideal, bei der Revision mitzuwirken und seine Ideen einzubringen», betont Schweri. Das angelaufene Mitwirkungsverfahren biete der gesamten Bevölkerung Gelegenheit, zu wenig oder nicht berücksichtigte Anliegen einzubringen. Diese müssten aber den übergeordneten Gesetzen sowie Konzepten und Richtplänen entsprechen und im Gesamtinteresse der Bevölkerung liegen, damit sie in die Planung einfliessen können, stellt Schweri klar.

Im günstigsten Fall könne gemäss Bauverwalter damit gerechnet werden, dass die Pläne respektive die neue BNO bereits im Jahr 2016 in Kraft trete. Bei der Bevölkerung kursierten viele Fragen betreffend Wachstum, Umzonungen, Einzonungen und Auszonungen, so Schweri. Und der Wunsch nach günstigen Mietangeboten in Mehrfamilienhäusern sei gross.

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