Mit den ersten sommerlich-sonnigen Tagen bleibt an den Grillplätzen haufenweise Abfall liegen. Bei vielen Passanten ist der Ärger gross über weggeworfene Bratwürste, Getränkedosen und Pappteller. Es fehle an der Erziehung, ist zu hören und zu lesen. Oft sind es die Mitarbeiter des Werkdiensts, die sich um die Beseitigung der Abfallberge kümmern müssen. Im Gebiet Wasserschloss stehen in den Sommermonaten im Auftrag der CreaNatira GmbH zusätzlich Zivildienstleistende im Einsatz.

Mehrere Klagen gingen ein

Wie präsentiert sich die aktuelle Situation bei den beliebten Ausflugszielen entlang von Aare und Reuss im Raum Brugg? Dieses Jahr sei es aussergewöhnlich früh warm geworden und es hätten sich schon viele Leute in den Erholungsgebieten aufgehalten, stellt Heiner Hossli fest, der Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg. Bereits am ersten warmen Wochenende seien mehrere Klagen eingegangen.

Die Repol habe in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft deswegen auch Ermittlungen wegen Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz aufgenommen. Meldungen über weitere Störungen, beispielsweise wegen Lärm, seien dagegen nur vereinzelt eingegangen bei der Repol.

Um gegen Abfallsünder vorgehen zu können, werden in der warmen Jahreszeit die Kontrollen durch die Polizei an den bekannten Orten verstärkt, sagt Hossli. «Werden entsprechende Personen angetroffen, werden diese auf die Aufräumungspflicht hingewiesen und es werden Personalien festgehalten. Wenn eine Übertretung oder gar ein Vergehen gegen die Gesetzesbestimmungen klar nachgewiesen werden kann, werden Bussen ausgesprochen oder Verzeigungen an die Staatsanwaltschaft vorgenommen – je nach Ausmass der Verunreinigungen.»

Auch der Repol-Chef hat in den letzten Tagen die Berichterstattung in den Medien verfolgt über die teilweise massiven Verunreinigungen in Naturschutzgebieten, unter anderem an der Aare in Brugg und Villnachern. «Die Problematik besteht leider seit Jahren», sagt er. Die Polizei ersuche die Bevölkerung deshalb eingehend, den entstandenen Abfall und die Lebensmittel wieder mitzunehmen. Denn: «Ein Deponieren bei Kübeln ist auch nicht sinnvoll, weil vielfach Wildtiere bei der Suche nach Essensresten die Säcke zerreissen und im Umfeld zerstreuen.» In vielen Erholungsgebieten seien entsprechende Hinweistafeln vorhanden.

Wegwerfen kann teuer werden

Stellen Passanten oder Anwohner massive Verunreinigungen fest, gibt Hossli den Tipp, die Polizei via Notruf 117 zu kontaktieren, damit Patrouillen aufgeboten werden können.

Übrigens: Im Brugger Polizeireglement sind Ausführungen zum Abfallwesen enthalten; auch, um das Littering-Problem in den Griff zu bekommen. Wer Abfälle – Verpackungsmaterial und Zigarettenstummel genauso wie Flaschen oder Getränkedosen – wegwirft, dem droht eine Busse von 100 Franken. Für grobe Verunreinigungen von Strassen und Anlagen oder für widerrechtliches Deponieren von Abfällen kann es eine Busse von 300 Franken geben. Vereinzelt seien schon Bussen ausgesprochen worden, sagt Repol-Chef Hossli. In wirklich massiven Fällen prüfe die Polizei zudem eine Verzeigung an die Staatsanwaltschaft wegen Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz.