Brugg

Ab nach draussen: Sie fühlen den Jugendlichen auf den Zahn

Sie geben der Jugendarbeit ein Gesicht (von links): Annina Friz, Lorenz Ruesch und Igor Simonides vor dem Piccadilly.

Sie geben der Jugendarbeit ein Gesicht (von links): Annina Friz, Lorenz Ruesch und Igor Simonides vor dem Piccadilly.

Am 21. Mai startet für einen Monat das Projekt «Jugendarbeit bi de Lüt». Mit diesem wollen Annina Friz, Igor Simonides und Lorenz Ruesch viel zum Freizeitverhalten der Jugendlichen erfahren.

«Jugendarbeit muss sich draussen abspielen», sagen Annina Friz von der Projektstelle Jugend sowie Igor Simonides vom Jugendkulturhaus Piccadilly in Brugg. «Wir wollen uns zeigen und der Jugendarbeit ein Gesicht geben.» Für das Projekt «Jugendarbeit bi de Lüt» spannen die beiden zusammen. Unterstützt werden sie von Lorenz Ruesch, der Zivildienst leistet.

Die Absicht ist es, aktiv auf die Jugendlichen zuzugehen und Fragen zu ihrem Freizeitverhalten zu beantworten. «Wir gehen hinaus in die Quartiere, dorthin, wo die Jugendlichen wohnen und sich aufhalten.» Anders gesagt: Es wird abgeklärt, welche Wünsche und Vorstellungen die 12- bis 18-Jährigen haben. Startschuss ist am 21. Mai.

Einen ganzen Monat lang werden die Verantwortlichen mit einem mobilen Café auf den Schulhausplätzen sowie in den Quartieren Lauffohr, Umiken und Bodenacker anzutreffen sein, werden Spiele, Getränke sowie einen Ort zum Verweilen anbieten. Jeweils am Samstag wird eine Fun-Olympiade durchgeführt, bei der die Jugendlichen bei Geschicklichkeitsspielen in verschiedenen Teams gegeneinander antreten.

Keine Ahnung, was sie erwartet

Gepflegt wird ebenfalls der Austausch mit der Öffentlichkeit und den Anwohnern. «Wir wollen sowohl für die Jugendlichen als auch für die Kinder und Erwachsenen eine Begegnungs- und Anlaufstelle sein», halten Annina Friz und Igor Simonides fest. «Bei Fragen stehen wir zur Verfügung und wir nehmen Anregungen und Ideen entgegen.»

Was wird sie erwarten? «Wir sind sehr gespannt, denn wir haben keine Ahnung, was wir antreffen und was auf uns zukommt, wie und wo wir die Jugendlichen erreichen», sagen sie mit einem Lachen. Das bedeutet: «Wir müssen extrem flexibel sein.» Grundsätzlich aber seien die Jugendlichen neugierig, wissen die Verantwortlichen aus Erfahrung. An möglichen Gesprächsthemen werde es sicher nicht mangeln. «Wir freuen uns auf viele gute Begegnungen.»

Gleichzeitig mit den geplanten Aktivitäten werden an den Oberstufenschulen Fragebögen verteilt, denn: «Wir streben eine möglichst breit abgestützte Grundlage an.» Das Ziel ist klar: «Wir hoffen, in Zukunft gezielt Freizeitangebote aufbauen zu können», so Annina Friz und Igor Simonides. Es gehe darum aufzuführen, welche Bedürfnisse bestehen, wie die Jugendarbeit gestärkt werden und wie es mit ihr weitergehen könnte. «Wir liefern eine Basis für den späteren politischen Prozess.»

Mehr als das Piccadilly

Zur Erinnerung: Die Projektstelle Jugend ist die Schnittstelle zwischen den einzelnen Gemeinden der Region Brugg-Eigenamt, den Jugendlichen sowie den weiteren Anbietern von Jugendarbeit. Geleitet wird sie von Annina Friz, Soziokulturelle Animatorin aus Windisch. Das Jugendkulturhaus Piccadilly wird geleitet von Igor Simonides und besteht seit 50 Jahren. Es bietet Konzerte oder Anlässe sowie auch einen Mittagstisch an.

Aber: Jugendarbeit in Brugg bedeute nicht nur das Angebot im Piccadilly, sagen Annina Friz und Igor Simonides. «Mit dem Projekt ‹Jugendarbeit bi de Lüt› wollen wir aufzeigen, was Jugendarbeit für die Stadt heissen kann – im Zentrum wie in den Quartieren.»

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