Schinznach-Dorf
Ab Montag gibt es 22100 Karten für 13 Oper-Vorstellungen

Am Montag startet der Vorverkauf für die Oper «Il Trovatore». Sie wird im August 2013 beim Gartencenter Zulauf gespielt wird. Bis dahin ist es noch lange – aber nur für den Zuschauer, nicht für die vielen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen.

Elisabeth Feller
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So wird die Bühne aussehen: Bühnenbildner Karel Spanhak hält den Entwurf hoch. Arch/EF.

So wird die Bühne aussehen: Bühnenbildner Karel Spanhak hält den Entwurf hoch. Arch/EF.

Immer wieder hat Peter Bernhard, Intendant der Oper Schenkenberg, in den vergangenen Monaten diese Frage gehört: «Wann können wir endlich Billette bestellen?» Ab Montag,
1. Oktober. Dann startet der Vorverkauf für die Verdi-Oper «Il Trovatore», die im August 2013 beim Gartencenter Zulauf gespielt wird (siehe Box). Bis dahin ist es noch lange – aber nur für den Zuschauer, nicht für die vielen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen. Wohlweislich schaltet Bernhard jetzt noch eine kleine Ferienpause ein – bevor es in den kommenden Monaten knüppeldick kommt.

2013 ist ein Verdi-Jahr

2013 wird der 200. Geburtstag des Komponisten Giuseppe Verdi gefeiert. Die Oper Schenkenberg wird deshalb eine der beliebtesten Opern, «Il Trovatore» («Der Troubadour»), spielen. In diesem Werk reiht sich ein Hit an den anderen. Die Oper ist trotz ihrer verworrenen Handlung mitreissend und an manchen Stellen von verblüffender Aktualität. Kurz: «Il Trovatore» ist wie geschaffen für ein Open-Air-Festspiel. Die Verdi-Oper wird vom 13. bis 31. August 2013 auf dem Gelände der Baumschule und des Gartencenters Zulauf, Schinznach-Dorf, in Szene gesetzt. Regie führt Andreas Baesler; Dirigent ist Marc Tardue; die Chorleitung hat Valentin Vassilev, den Bühnenraum gestaltet Karl Spanhak. Am Montag, 1. Oktober, startet der Karten-Vorverkauf. Informationen unter www.operschenkenberg.ch. Die Solistinnen und Solisten des «Trovatore» sind bereits vor 2013 in der Schweiz zu hören: Sie singen Giuseppe Verdis Messa da Requiem am 10. und 11. November im Berner Münster sowie am 18. November in der Tonhalle Zürich. (AZ)

«Dieses Projekt ist noch grösser»

Wie das erste, 2010 lancierte «Carmen»-Projekt auf dem Feldschenplatz wird auch das zweite Vorhaben beim Gartencenter nicht auf Sparflamme gekocht. «Es ist sogar noch grösser dimensioniert», betont Bernhard und verweist auf 13 Vorstellungen, für die 22100 Karten angeboten werden. «Das sind 1700 Billette pro Vorstellung, was eine Steigerung von mehr als einem Drittel zu ‹Carmen› bedeutet.» Die Oper Schenkenberg hat für ihre zweite Produktion ein Budget von 3,9 Millionen Franken; die Eigenfinanzierung über den Billettverkauf beträgt fast 60 Prozent. «Zusätzlich», so Bernhard, «konnten wir durch Sponsoring von Firmen und Unternehmen aus dem Aargau über eine Million Franken generieren. Über den Swisslosfonds des Kantons sowie über acht Gemeinden, Stiftungen und Gönner gewannen wir nochmals eine halbe Million Franken.» Die restlichen 2,4 Millionen Franken müssen eingespielt werden – keine Kleinigkeit.

Die Wände werden aufgestockt

Wie für die «Carmen» baut Karel Spanhak auch für den «Trovatore» den Bühnenraum. Wer davon hört, schüttelt verwundert den Kopf: Wie, die riesige v-förmige Bühne soll dort stehen, wo ansonsten Gewächshaus und Parkfelder dominieren? Karel Spanhak pflegt auf erstaunte Gesichter mit verschmitztem Lächeln zu reagieren. «Das Projekt ist wahnsinnig, aber doch realistisch. Immerhin werden 52 Tonnen Stahl und 300 Quadratmeter Plexiglasscheiben verbaut.» Als ob es nur das wäre. Hinzu kommt noch: Die Wände des Gewächshauses werden temporär aufgestockt – und damit überschreiten sie die Höhe von zehn Metern. Ähnlich wie bei der «Carmen» sollen die Zuschauer auch beim «Trovatore» praktisch ins Bühnenbild integriert sein.

Das Publikum sieht Rot

Ist das Ganze nicht zu gigantisch? «Nein», hatte Spanhak in einem früheren Gespräch gesagt: «Freilichttheater bietet nun einmal ganz spezielle Möglichkeiten. Was sich mir anbietet, benutze ich auch.» Zum Beispiel Farben. Singt Manrico, der Trovatore, seine berühmte Arie «Lodern zum Himmel seh’ ich die Flammen», wird es laut Spanhak brennen. «In einem solchen Augenblick sieht das Publikum nur eines: Rot. Es wird sich mitten in einem Flammenmeer wähnen.» Doch der melodientrunkene «Trovatore» lebt, aller spektakulären Bühnenbauten zum Trotz, in erster Linie von elf exzellenten Solistinnen und Solisten, die aus neun Nationen stammen.