Schon bald müssen die Automobilisten auf der Fahrt durch Villnachern Geduld aufbringen: Ende Monat beginnen die Bauarbeiten an der Hauptstrasse. Bis 2015 wird die Ortsdurchfahrt auf einer Länge von 1,1 Kilometern rundum erneuert.

Neben der Belags- und Werkleitungssanierung werden durchgehende Trottoirverbindungen geschaffen. Bestandteile des Projekts sind weiter eine neue Bachbrücke sowie ein Rad- und Gehweg bis zur Abzweigung Wallbach. Basis des Vorhabens bildet ein Betriebs- und Gestaltungskonzept, das vom Kanton zusammen mit Vertretern von Gemeinderat und Bevölkerung entwickelt wurde.

An einer Medienorientierung zeigten sich die Vertreter von Kanton, Gemeinde sowie Planungs- und Baufirmen erfreut über den Startschuss. Giuliano Sabato, Kreisingenieur beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) wies darauf hin, dass der Strassenbelag in einem sehr schlechten Zustand ist. Ziel sei es, sowohl den Betrieb zu gewährleisten als auch den Strassenraum sicherer und attraktiver zu gestalten.

Langsamer im Zentrum

Heute variiert die Strassenbreite zwischen 5 und 6,5 Meter, neu wird sie durchgehend 6 Meter betragen. Im Bereich des Gasthofs Bären wird sie auf 5,5 Meter reduziert. Diese Massnahme wirkt sich laut Kreisingenieur Sabato positiv auf die Verkehrssicherheit aus: Einerseits könnten Trottoirs realisiert werden, andererseits werde das Geschwindigkeitsniveau im Dorfzentrum reduziert, was das Gefahrenpotenzial bei der Kreuzung Dorfstrasse reduziere.

An den beiden Dorfeingängen sind gemäss Betriebs- und Gestaltungskonzept Strasseninseln als Eingangstore vorgesehen.

Die Vorarbeiten haben diese Woche begonnen, der eigentliche Bau wird am 30. September in Angriff genommen. In einer ersten Phase – bis Ende Dezember dieses Jahres – stehen die Tätigkeiten zwischen Dorfstrasse und Hintergasse auf dem Programm.

Abschluss im Jahr 2015

In vier Teiletappen folgen die weiteren Abschnitte. Der Einbau des lärmoptimierten Deckbelags ist im August 2015 geplant. Um die Bauzeit zu verkürzen, wird jeweils an zwei Stellen gleichzeitig gearbeitet.

Gemäss Markus Tschann, Bauleiter der Steinmann Ingenieure und Planer AG aus Brugg sowie Andreas Angehrn, Geschäftsführer der Bauunternehmung Granella AG aus Würenlingen, besteht die Herausforderung darin, dass die Arbeiten im Innerortsbereich bei engen Platzverhältnissen erfolgen und der Verkehr auch während der Sanierung rollt. Apropos Verkehr: Dieser wird mit Lichtsignalanlagen gesteuert. «Die Sicherheit hat oberste Priorität», betont Granella-Geschäftsführer Angehrn.

Das Strassenbauprojekt kostet rund 5,6 Mio. Franken, der Anteil der Gemeinde beläuft sich auf 2,6 Mio. Franken. Die Erneuerung der Werkleitungen schlägt mit rund 1,7 Mio. Franken zu Buche.

Lange Vorgeschichte

Für die Sanierung der Ortsdurchfahrt Villnachern wurden mehrere Anläufe unternommen. In den Achtzigerjahren stand ursprünglich eine Umfahrung zur Diskussion. 1993 wurden – im Rahmen einer Projektstudie – die Varianten Umfahrung und Innerortssanierung einander gegenübergestellt. Der Entscheid hing vom Autobahn-Halbanschluss Schinznacherfeld ab. Im August 2007 beschloss der Grosse Rat, den Halbanschluss Schinznacherfeld und die Umfahrung Villnachern aus dem Richtplan zu streichen.

Im Oktober des gleichen Jahres fiel der Entscheid, ein Betriebs- und Gestaltungskonzept zu realisieren. Dieses wurde von Vertretern des Gemeinderats und der Bevölkerung erarbeitet. An einer Orientierungsversammlung im November 2010 wurde das Bauprojekt vorgestellt, die Gemeindeversammlung genehmigte den Kredit.

Es folgten die öffentliche Auflage, die Einspracheverhandlungen sowie die Landerwerbsverhandlungen mit 90 Grundeigentümern.