Im oberen Teil des neuen Seitenarms der alten Aare im Auenpark Rupperswil/Auenstein fliesse kaum Wasser, schrieb EVP-Grossrätin Esther Gebhard-Schöni aus Möriken-Wildegg in ihrer Interpellation. Die dynamische Flussaue werde ihrem Namen nicht gerecht, weil in diesem Bereich kaum Wasser fliesse. Im Januar wollte sie deshalb vom Regierungsrat wissen, ob es zutreffe, dass im Sommer bei niedrigem Wasserstand so wenig Wasser über den Seitenarm fliesse, dass die Fische in gefangenen Wasserstellen verenden.

Weiter fragte Gebhard, ob die konstruktiven Mängel mit den Wasseringenieuren, welche die Renaturierung des neuen Seitenarms geplant hatten, besprochen wurden, und bis wann der Regierungsrat gedenke, die «offensichtlichen Mängel zu beheben».

Prozess von Hochwasser abhängig

Konstruktive Mängel seien bisher keine festgestellt worden, schreibt der Regierungsrat des Kantons Aargau nun in seiner Antwort. Mit dem Aushub des Seitengerinnes wurde im Herbst 2009 begonnen. Während zweier Jahren habe man 250’000 Kubikmeter Bodenmaterial ausgehoben. Mit dieser Massnahme wollte man den Geschiebebetrieb im Fluss fördern.

Im Lauf der Jahre dürfen Hochwasser die Ufer seitlich erodieren und das Flussbett der alten Aare sowie des neuen Seitengerinnes umgestalten. Mithilfe der Hochwasser könnte sich der Fluss von heute 100 auf bis zu 250 Meter verbreitern. Wie viel Zeit es für diese Umgestaltung braucht, kann laut Regierungsrat nicht vorausgesagt werden. Nur so viel: «Der dynamische Prozess soll hier weitgehend ungestört ablaufen können.»

Selbst im Sommer sei die Restwassermenge im Seitenarm gross genug, um den Durchfluss zu gewährleisten. «Ein Fischsterben infolge Wassermangels ist somit nicht möglich», so der Regierungsrat weiter. Auch treffe nicht zu, dass die Fische in gefangenen Wasserstellen elektrisch ausgefischt und an anderer Stelle wieder der Aare übergeben wurden. Ein Planungsbüro habe im Sommer/Herbst 2014 im Auftrag der Kraftwerkbetreiberin, Kraftwerk Rupperswil-Auenstein AG, elektrische Abfischungen vorgenommen. Dadurch wurden an verschiedenen Stellen Grundlagen für die vorgesehene Neukonzessionierung, unter anderem auch im neuen Seitenarm, erhoben.