Der Physiker Christian Rüegg, Laborleiter am Paul Scherrer Institut (PSI) und Professor an der Universität Genf, ist Experte auf dem Forschungsgebiet des Quantenmagnetismus. Am Villiger Institut erforscht Rüegg, wie die magnetischen Bausteine der Materie miteinander auf der fundamentalen Ebene der Atome zusammenwirken und so die elektrischen und magnetischen Eigenschaften der Materie entstehen lassen. 

Was für Laien exotisch klingt, ist zugleich für die Wissenschaft von grosser Bedeutung, wie das PSI in einer Mitteilung schreibt. Denn die Wechselwirkungen zwischen magnetischen Atomen und die daraus hervorgehenden Quanteneffekte in Magneten, die Rüegg in seinen Experimenten erforscht, sind von grossem theoretischen und praktischen Interesse: „Wir werden dieses Wissen benötigen, um funktionierende Quantencomputer bauen zu können“, so Rüegg.

Forschungsarbeit für den «Super-Computer»

Quantencomputer könnten eines Tages die heutige Computertechnologie ablösen. Sie würden die Gesetze der Quantenmechanik ausnutzen, würden dadurch ganz neue Ansätze für Berechnungen, Suchanfragen und Datenspeicherung erlauben und wären somit in vielerlei Hinsicht deutlich effizienter als bisherige Computer.

Für seine zukünftigen Experimente erhält der junge Wissenschaftler nun eine hoch angesehene europäische Förderung: den ERC Consolidator Grant, vergeben durch den Europäischen Forschungsrat. Diese Förderung beschert ihm für die kommenden fünf Jahre insgesamt 2,6 Millionen Schweizer Franken.

Die zugesagten Finanzmittel der ERC-Förderung wird Rüegg unter anderem nutzen, um ein neues Magnetsystem aufzubauen, das extrem starke Magnetfelder und Drücke bei Temperaturen nahe beim absoluten Nullpunkt erzeugen kann. Zudem wird er eine Handvoll Nachwuchsforscher einstellen, die sein bisheriges Forschungsteam am PSI ergänzen werden.