Verkehr

Aargauer Polizei erwischt zwei Raser mit 215 km/h – doch nur einer muss sein Auto abgeben

Ist der Tatbestand erfüllt, droht Rasern eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren. (Symbolbild)

Ist der Tatbestand erfüllt, droht Rasern eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren. (Symbolbild)

Sonntagnacht war ein 22-Jähriger auf der A1 mit 214 km/h unterwegs. Das erinnert an einen Fall vor zwei Jahren – ein Deutscher wurde mit 215 km/h geblitzt. Er sass neun Stunden in Haft, das Auto wurde beschlagnahmt. Der Junglenker ist jedoch nur seinen Führerausweis los. Wir fragen: Warum?

Am Sonntag, gegen drei Uhr morgens, bretterte ein 22-jähriger Junglenker mit 214 km/h über die Autobahn A1 bei Wettingen. Die Polizei konnte ihn im Verlaufe des Tages anhalten. Seinen Führerausweis, den er erst seit einigen Monaten besitzt, musste er abgeben.

Das erinnert an einen ähnlichen Fall im Jahr 2015, als ein 56-Jähriger auf der A1 bei Spreitenbach mit 215km/h geblitzt wurde. Hier konfiszierten die Beamten aber nicht nur seinen Führerausweis: Der Mann sass neun Stunden in Haft und auch sein Auto wurde beschlagnahmt.

Es stellt sich die Frage: Warum wurde das eine Auto konfisziert, das andere aber nicht?

"Die Beschlagnahme wird von der Staatsanwaltschaft angeordnet, wobei es immer auf den Einzelfall ankommt", gibt Fiona Strebel, Mediensprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, Auskunft. Der 22-jährige Raser sei mit dem Auto seines Vaters unterwegs gewesen. "Die Staatsanwaltschaft hat dem Vater das Auto wieder herausgegeben", so Strebel.

Haftstrafe droht

Auch dass Geschwindigkeitssünder sofort inhaftiert werden, ist laut Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, eine Ausnahme. "Im Falle des jungen Mannes bestand keine Fluchtgefahr, ausserdem lebt er in der Region", so Graser. Der 56-jährige Deutsche sei jedoch mit einem ungültigem Führerausweis unterwegs gewesen und man habe mehr Abklärungen anstellen müssen. 

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 87 km/h tritt der sogenannte Raserartikel in Kraft. Dem 22-Jährigen droht demnach eine 1- bis 4-jährige Haftstrafe. Aber es gibt Ausnahmen: Der Raser aus Spreitenbach wurde vom Bezirksgericht Baden zu einer Busse von 2000 Franken und einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten verurteilt.

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