Villigen

Aargauer Kampf gegen Krebs: Neue Erkenntnisse über Chemotherapien

Ein Forscherteam hat in Villigen neue Erkenntnisse über Chemotherapien gewonnen (Symbolbild)

Ein Forscherteam hat in Villigen neue Erkenntnisse über Chemotherapien gewonnen (Symbolbild)

Am Paul-Scherrer-Institut in Villigen haben Forscher neue Erkenntnisse über den Wirkmechanismus bestimmter Chemotherapeutika gewonnen, dank denen nun gezielt Krebsmedikamente entwickelt werden können.

Forscher der ETH Zürich und des Paul-Scherrer-Instituts haben neue Erkenntnisse über den Wirkmechanismus bestimmter Chemotherapeutika gewonnen, dank denen nun gezielt Krebsmedikamente entwickelt werden können, die noch besser an ihre Aufgabe angepasst sind.

Damit Krebsgeschwüre schnell wachsen können, müssen sich ihre Zellen besonders häufig teilen. Als Chemotherapeutika eingesetzte Medikamente hemmen die Zellteilung, indem sie in die relevanten Zellprozesse eingreifen.

Ein solcher Prozess ist die Trennung der Chromosomen, der Träger des genetischen Materials. Für diese Aufgabe sind die Mikrotubuli zuständig – feine Fasern. Bestimmte Krebsmedikamente schränken ihre Beweglichkeit so weit ein, dass sie die Chromosomen nicht mehr voneinander trennen können.

Forscher des PSI und der ETH haben nun bei zwei Wirkstoffen herausgefunden, wie sie das genau machen: Zampanolide, ein aus einem Tiefseeschwamm stammender mariner Naturstoff, und Epothilon A, das aus Bakterien gewonnen werden kann.

Bessere Wirkstoffe

Die Forscher haben im Detail gezeigt, wie die Wirkstoffe in einer Vertiefung in den Bausteinen der Mikrotubuli eingebaut werden und wie sie dabei den Zusammenhalt zwischen diesen Bausteinen verstärken.

Diese Resultate sind wichtig für die Entwicklung verbesserter Medikamente. Denn die untersuchten Moleküle wirken zwar, aber sie passen beide nicht optimal in die Vertiefungen, in die sie eingebaut werden.

«Wir haben jetzt erstmals so genaue Daten über den Aufbau der Bindungsstelle, dass man gezielt Medikamente mit einer Struktur entwickeln kann, die optimal an die Verhältnisse in dieser Bindungsstelle angepasst sind – so wie eine Hand an einen dazu passenden Handschuh», erklärt Andrea Prota vom Labor für Biomolekulare Forschung des Paul-Scherrer-Instituts. (az)

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