Bewegt sich die Mauer der Burgruine Schenkenberg ob Thalheim? Oder ist bloss eine andere Messmethode für das vorliegende Resultat verantwortlich? Das sind zwei Fragen, mit denen sich die beiden Eigentümer der Burgruine – der Aargauer Heimatschutz und Pro Natura Aargau – in diesen Tagen auseinandersetzen müssen. Zwar wurde die Ruine Schenkenberg erst in den Jahren 2003 bis 2005 umfassend saniert. Dabei sei jedoch festgestellt worden, dass die alten Mauern zum Teil überwachungsbedürftig sind, schreiben der Heimatschutz und Pro Natura in einer Medienmitteilung.

Seither ist die Anlage regelmässig vermessen worden, um die statische Sicherheit der einzelnen Mauerteile zu gewährleisten. «Nun deuten neueste Messungen darauf hin, dass möglicherweise an der Nordfassade des Hauptturms vorsorgliche Sicherheitsmassnahmen erforderlich sein werden», heisst es in der Mitteilung weiter. Dies könnte der Fall sein, wenn die auf Mitte Oktober geplanten Zweitmessungen die bisherigen Befunde bestätigen.

Neues Ingenieurbüro engagiert

Bei der jüngsten Messung sei erstmals ein anderes Ingenieurbüro zum Zug gekommen, auch die Messmethoden hätten sich verändert, erklärt der Geschäftsführer Henri Leuzinger vom Aargauer Heimatschutz. Deshalb werden beim zweiten Durchgang sowohl die alte wie die neue Messmethode zur Anwendung kommen. Erst danach könne man abschätzen, wie es mit der Burgruine weitergehen soll.

Die Eigentümer haben sich aus diesem Grund entschieden, einen Teil der Parzelle unterhalb der Burgruine vorsorglich abzusperren. Leuzinger spricht von einem Bereich von zirka 10 auf 15 Meter. Von dieser Massnahme ist auch ein Teil des Weges zur Ruine betroffen. Mit anderen Worten: Der Zugang zur Schenkenberg musste kleinräumig umgelegt werden. In die Ruine gelangen die Besucher neu über den ehemaligen Graben.

Kontakt mit der Standortgemeinde

In Absprache mit der Kantonsarchäologie laufen zurzeit Abklärungen mit dem beigezogenen Baustatiker. Die Eigentümer der Burgruine stehen zudem mit der Standortgemeinde Thalheim in Kontakt und informieren sie aus erster Hand. Erst mit fortschreitendem Erkenntnisstand könne entschieden werden, ob die Absperrung aufrechterhalten werden muss, in der Fläche reduziert oder gar ganz aufgehoben werden kann. Ebenso werde sich zeigen, ob erneut Sanierungsarbeiten an der Burgruine vorzunehmen sind, schreiben die Eigentümer.

Dem Aargauer Heimatschutz und Pro Natura Aargau sei es ein Anliegen, dass die Burgruine baldmöglichst wieder uneingeschränkt besucht werden kann. Für die zweite Messung haben die Verantwortlichen bewusst den Termin ab Mitte Oktober gewählt, damit Schulklassen und Besucher die Ruine Schenkenberg bis nach den Herbstferien nur mit minimen Einschränkungen besichtigen können, berichtet Henri Leuzinger. Die Eigentümer hoffen sehr, dass die Absperrung nur vorübergehend ist, wollen der Sicherheit aber stets höchste Priorität einräumen.