In der Schweiz ist der Reisanbau im Trend: Im Tessin hielt dieser schon vor einigen Jahren Einzug. Nun hat Agroscope in Grenchen und in Schwadernau versuchsweise Reis angebaut. Nördlich der Alpen scheint der Trend also ein neueres Phänomen zu sein.

Nicht so im Aargau, denn bei der Schwarz AG aus Villigen wird schon seit dem Jahr 2010 Reis angebaut. Der Landwirtschaftsbetrieb, der hauptsächlich Gemüse produziert, hat Reisanbaugebiete in Leuggern, Brugg, Böttstein und Villigen. «Und es verläuft überall ähnlich problematisch», sagt Eigentümer Max Schwarz lachend. Er relativiert aber sogleich: «Es gibt natürlich bessere und weniger gute Jahre.» Mit Hindernissen habe er manchmal aber schon zu kämpfen. So beispielsweise mit dem hiesigen Klima, das den Anbau erschwert. Bei der Auswahl der Reissorten stosse man an die Grenzen der klimatischen Möglichkeiten. Bei der Schwarz AG setze man daher hauptsächlich auf die Sorte Loto, die auch im Tessin und bei den Agroscope-Versuchen angebaut wird.

Schwarz setzt auf Trockenanbau

Nicht nur klimatische Bedingungen wie die Luft- oder Wassertemperaturen müssen für den erfolgreichen Reisanbau stimmen. Auch, dass Schwarz auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet, kann zu Problemen wie Krankheiten führen. Eine solche hat ihm beispielsweise diesen Sommer einen Strich durch die Rechnung gemacht: «Der Reis wurde von einem Pilz befallen, wir konnten dieses Jahr deshalb gar nichts ernten», so Schwarz.

Doch davon lässt er sich nicht unterkriegen. Denn Max Schwarz ist es wichtig, Alternativen zu den heutigen Ackerfrüchten auszuprobieren und geeignete Produkte zu finden. Dies sei auch einer der Gründe, weshalb er mit dem Reisanbau angefangen habe.

«Reis ist weltweit das zweitwichtigste Getreide», erklärt der Firmenbesitzer. «Ausserdem befinden wir uns hier im Wasserschloss der Schweiz.» Und dieses Gebiet sei sowohl für den Nass- als auch für den Trockenreisanbau geeignet. Max Schwarz konzentriert sich bis anhin jedoch auf letzteren.

Obwohl er das Projekt initiiert hat und dieses noch immer überwacht, kümmern sich heute hauptsächlich Praktikanten um den Reis. Trotzdem hat Schwarz noch eine spürbare Leidenschaft für das Experiment, das er vor acht Jahren gestartet hat. Auch deshalb ist er mit seinem Betrieb der erst vor einigen Tagen gegründeten Interessensgemeinschaft Nassreis beigetreten. «Wir möchten auch anfangen, den Nassreisanbau zu testen», erklärt er.

Ein Risotto liegt drin

Momentan wirft der Reisanbau im Aargau noch nicht so viel ab, wie es sich Max Schwarz wünscht. Meistens wird die Ernte für den Eigengebrauch verwendet: «Wir kochen mit dem Reis oft unser eigenes Risotto», erzählt Schwarz. Manchmal kann der Betrieb aus der Ernte auch kleine Kundengeschenke machen. Für den Verkauf reiche es jedoch nicht aus. «Jedenfalls noch nicht», so Schwarz.

Denn das wäre eigentlich sein Ziel – so viel Reis produzieren zu können, dass es sich auch wirtschaftlich lohnt. «Wir wollen ihn irgendwann vermarkten können. Dazu würden wir auch gern mit anderen Bauern zusammenarbeiten», erklärt Schwarz. «Das wäre eine schöne Ergänzung zu den anderen regionalen Produkten», findet er.