Wettbewerb
Aargauer Architekten entwerfen den Schweizer Pavillon für die Expo 2015

Eine Fachjury hat aus 103 Projekte für den Schweizer Pavillon ausgewählt. Prämiert wurde der Entwurf eines kleinen Architekturbüros aus Brugg. Das Projekt der jungen Aargauer muss noch vom Bund abgesegnet werden.

Franziska Zambach
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Visualisierung des Expo-Geländes in Mailand: Hier wird der Schweizer Pavillon stehen

Visualisierung des Expo-Geländes in Mailand: Hier wird der Schweizer Pavillon stehen

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Die Schweiz will sich an der Weltausstellung 2015 in Mailand von ihrer besten Seite zeigen. Dafür hat eine Fachjury 103 Projekte für den Schweizer Pavillon angeschaut und das beste prämiert. Die Wahl fiel auf den Entwurf eines kleinen Architekturbüros aus Brugg, wie Radio DRS gestern meldete.

Unter dem Titel «Confooderatio Helvetica» haben die drei jungen Aargauer Architekten der «netwerch gmbh» hohe Silos als Gegenstand ihres Projekts ausgewählt. So wollen sie das Ausstellungsthema «Ernährung in der globalisierten Welt» bezogen auf die Schweiz umsetzen.

Nähe zum Nachbarland

«Das Projekt nimmt einen starken Bezug auf die Thematik der Expo und bietet eine Plattform für die Erzeugnisse der Schweizer Nahrungsmittelproduktion», sagt Nicolas Bideau, Leiter von Präsenz Schweiz (PRS), die den Projektwettbewerb ausgeschrieben hat, auf Anfrage der az Aargauer Zeitung.

Grosse Konzerne - wie beispielsweise die Nestlé - prägen weltweit die Wahrnehmung der Schweiz und exportieren das Schweizer Image mit. «Als Nachbarland haben wir einen regen Austausch mit Italien», erklärt Bideau. Dabei spiele gerade die Agroindustrie eine tragende Rolle und werde durch das «netwerch»-Projekt ideal versinnbildlicht.

Bloss eine Empfehlung

Die drei Projektleiter von «netwerch», Noah Baumgartner, Daniel Christen und Andreas Christen, freuen sich über den Zuspruch, den sie von der Jury aus Fachleuten der Nahrungsmittelindustrie, der Ernährungsforschung und den Veranstaltern der Expo erhalten haben. Auskunft über ihren Triumph wollen sie auf Anfrage der az aber noch keine geben.

Bideau erklärt das Schweigen: «Der Entscheid der Fachjury ist nur eine Empfehlung, die wir an den Bund weitergeben.» Das Jury-Urteil habe zwar grosses Gewicht, jedoch wählt am Schluss der Bundesrat, wer die Schweiz an der Weltausstellung repräsentieren wird. Und das Parlament entscheidet über den Kredit. Bis dahin schweben die Aargauer noch in Ungewissheit.

Respekt für die Kleinen

Bideau selbst findet nur positive Worte für das Projekt. Es sei innovativ und modern. «Die Architektur ist attraktiv und die Botschaft nahe am Expo-Thema inszeniert. Ich bin überzeugt von der Wahl der Jury.»

Dass das Architekturbüro «netwerch» nur sehr klein sei, tue nichts zu Sache. «Die Jury hatte gute Gründe, sich für die jungen Brugger zu entscheiden», meint er. «Gegen 102 Mitbewerber einen Wettbewerb zu gewinnen, ist ein schöner Erfolg.»