Aare Brugg

Aare führt viel Wasser – selbst für Wasserratten wie Pontoniere

«Wir haben Glück gehabt»: Peter Lüscher freut sich, dass alle Parcoursbauten vom Hochwasser verschont geblieben sind. louis probst

«Wir haben Glück gehabt»: Peter Lüscher freut sich, dass alle Parcoursbauten vom Hochwasser verschont geblieben sind. louis probst

900 Wasserfahrer messen sich am kommenden Wochenende am Nationalen Pontonier-Einzelwettfahren. Die Organisatoren hoffen, dass der Pegel der Aare noch etwas zurückgeht, bis die Wettkämpfe am Samstag beginnen.

«Wir haben Glück gehabt – es steht noch alles», stellt Peter Lüscher fest, Präsident des Pontoniersportvereins Brugg, und blickt auf die hochgehende Aare und die Bauten, die für den Parcours des Wettfahrens am 15. und 16. Juni errichtet worden sind. «Das Wasser müsste aber schon noch etwas zurückgehen.»

Das Schweizerkreuz am Podest auf dem gegenüberliegenden Ufer der Aare – die Zielmarkierung für die Landung – verschwindet jedenfalls noch zur Hälfte im Wasser.

Die sogenannte «Stange», die den Abfahrtspunkt zum Parcours bildet und die eigentlich in einem 45-Grad-Winkel in den Fluss ragen sollte, hat man angesichts des Hochwassers vorsorglich in Sicherheit gebracht.

Der «Felsen», eine Holzkonstruktion, die einen Brückenpfeiler darstellt, der möglichst präzise umfahren werden muss, steht aber – wie ein Fels sozusagen – in der Aare.

Nur das Podest für die letzte Ziellandung des Parcours ist etwas wackelig geworden, nachdem es durch die Fluten angehoben worden war. Doch das lässt sich bis zum Wettfahren reparieren.

«Gute Arbeit»

«Ich habe während des Hochwassers schon einige schlaflose Nächte gehabt», gesteht Peter Lüscher. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als ich feststellen konnte, dass alles stehen geblieben ist. Meine Vereinskameraden haben ein Riesenkompliment verdient. Sie haben gute Arbeit geleistet.»

Hinter der Austragung des Nationalen Wettfahrens steckt viel Arbeit. «Vor anderthalb Jahren haben wir das OK gebildet», sagt Peter Lüscher, der auch gleich die Funktion des Präsidenten ausübt.

«Wir sind einigermassen stolz darauf, dass wir es fertig gebracht haben, mit vereinseigenen Leuten ein OK zu bilden, das auch altersmässig gut durchmischt ist. Im März haben wir mit dem Erstellen der Bauten begonnen. Jetzt müssen noch Feinarbeiten ausgeführt werden. Es gibt schon noch zu tun. Aber ich bin optimistisch.»

Stolz ist man aber auch auf die Zahl der Teilnehmer. «Zum Nationalen Einzelwettfahren in Brugg sind 450 Schiffe, das heisst 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeldet», sagt Peter Lüscher. «Das Wettfahren in Brugg gilt auch als Hauptprobe für die Schweizermeisterschaft, die im Juni in Sisseln stattfinden wird.»

Schlüsselstelle und Heimvorteil

Die Zweierteams haben mit ihren Booten – Frauenteams und Jungpontoniere fahren im Weidling – einen Parcours mit verschiedenen Durchfahrten und Ziellandungen zu absolvieren.

Am Schluss wartet eine Stachelfahrt auf Zeit über eine Strecke von 200 Metern. Rumpler bei den Durchfahrten oder unpräzise Landungen kosten Punkte. In einzelnen Abschnitten des Parcours zählt zudem die Zeit.

«Schlüsselstelle ist der Brückenpfeiler», sagt Peter Lüscher. «Jetzt, bei diesem Wasserstand, wäre das Umfahren des Pfeilers happig. Die Aare ist hier aber auch ohne Hochwasser nicht ohne. Es gibt viele Widerwasser. Mit dem Wasserstand verändern sich die Verhältnisse laufend. Wir hoffen aber schon, den Heimvorteil etwas ausnützen zu können.»

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