Der tragische Verkehrsunfall hat sich am Freitagnachmittag um 13.45 Uhr auf der Fröhlichstrasse in Brugg ereignet: Ein Lastwagen lud bei der Grossbaustelle für den neuen Pflegetrakt Beton ab. 

Ein Senior – vermutlich vom nahen Alterszentrum – näherte sich zur gleichen Zeit zu Fuss mit dem Rollator auf einer Seitenstrasse. «Er muss versucht haben, die Fröhlichstrasse im Frontbereich des Lastwagens zu überqueren», schreibt die Kantonspolizei am späten Nachmittag in einer Mitteilung.

Zeitgleich setzte der 38-jährige Chauffeur den Lastwagen zur Wegfahrt vom Kiesplatz an, wobei er den Rentner übersah. Dieser wurde vom langsam anrollenden, schweren Fahrzeug erfasst und überfahren.

«Zuerst habe ich an den Chauffeur gedacht – und an die Angehörigen»: Beim Pflegezentrum «Süssbach» ist man tief betroffen ob des tragischen Unfalls.

«Zuerst habe ich an den Chauffeur gedacht – und an die Angehörigen»: Beim Pflegezentrum «Süssbach» ist man tief betroffen ob des tragischen Unfalls.

Für den 81-jährigen Schweizer kam jede Hilfe zu spät. Es habe nur noch der Tod des Seniors festgestellt werden können, sagte Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, auf der Unfallstelle. 

Die genauen Umständes sind des Unfalls sind noch unklar, teilt die Kantonspolizei mit, welche die Ermittlungen aufgenommen hat. 

Gegen den italienischen Chauffeur des Lastwagens hat die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach gleichzeitig eine Strafuntersuchung eröffnet.

Opfer war Bewohner des Altersheims

Bei der Stiftung Gesundheit Region Brugg, die für den Bau des neuen Pflegetrakts verantwortlich zeichnet, ist die Betroffenheit gross. Geschäftsleiter Hans Bürge spricht von einem Schock. Am Freitagnachmittag seien plötzlich Sirenen zu hören gewesen und es sei Hektik aufgekommen. Er habe sich unverzüglich nach draussen und an die Unfallstelle begeben.

Ein Polizist habe ihm die Lage geschildert und mitgeteilt, dass der Senior verstorben sei. Beim Mann habe es sich um einen Bewohner der Alterswohnungen gehandelt, sagt Bürge. «Alle waren konsterniert.» Sowohl für die Angehörigen des Verstorbenen wie auch für den Lastwagenchauffeur und die Nachbarn sei die Situation sehr belastend.

Der Geschäftsleiter stellte sich sofort die Frage, ob im Bereich der Baustelle tatsächlich alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden waren. Die Massnahmen seien zusammen mit den Fachleuten der Regionalpolizei besprochen und bei Kontrollen für gut befunden worden. Trotzdem müssten die Verhältnisse jetzt zusammen mit der Bauleitung erneut analysiert werden. «Wir prüfen, ob allenfalls Anpassungen vorgenommen werden müssen.»

Bürge betont, dass der Unfallhergang derzeit noch nicht im Detail bekannt ist. «Wir wissen nicht genau, wie es zum tragischen Ereignis kam und wie sich die Beteiligten verhalten haben.» Bevor allenfalls voreilige Schlüsse gezogen werden, müssten in einem nächsten Schritt deshalb die Ergebnisse der Abklärungen von Polizei und Staatsanwaltschaft abgewartet werden. (edi/mhu)